Wir sitzen im hell erleuchteten Badezimmer. Eva auf dem Boden, ihr Buch in der Hand und mit dem Rücken an die Wand gelehnt. Ich auf dem Toilettendeckel, nach vorn über mein Buch gebeugt. Es ist gegen elf Uhr abends. Wir sind im Urlaub.

Wir sind zum ersten Mal in einem Familienhotel untergekommen. Genauer gesagt dem Borchards Rookhus aus der Familotel Kette im schönen Mecklenburg Vorpommern in dem kleinen Örtchen Wesenberg. Das Ziel war es eine wirkliche Familien-Auszeit über ein längeres Wochenende zu genießen. Eine Auszeit, die sowohl für Paul und Jonah, als auch für uns etwas zu bieten hat. Auf vielfache Empfehlung entschieden wir uns ins Rookhus zu fahren.

Das Rookhus im Winter-Ambiente

Die Theorie passte – davon überzeugte uns die Ausstattung und das Angebot des Hotels sehr schnell – und in der Praxis lief es auch gut an. Das Hotel hat für Kinder alles zu bieten und vergisst dabei auch die Bedürfnisse der Erwachsenen nicht.

Es gibt für die kleinen in jedem Raum etwas zu spielen, ganze Spielzimmer, Spielplätze, ein Schwimmbad mit Babybecken und sogar heimische Tiere zu entdecken.

Paul bei den Hasen

Es gibt praktischerweise – aus Sicht von Kind und Eltern – im Restaurant direkt in Sichtweite einen Spielbereich und für die größeren sogar ein Kino, dass jeden Abend einen Kinderfilm zeigt. Außerdem können sich die Kinder am Buffet, dank kleiner Tritte, selbst bedienen. Auch das Wetter sollte auf unserer Seite sein. Es ist Januar und wir erwarteten sonnige, aber kalte Tage mit einer hohen Wahrscheinlichkeit für Schneefall.

Für die Erwachsenen ist jedoch auch gesorgt. Die Zimmer sind geräumig, das Essen auf hohem Niveau mit einem Fokus auf lokale, nachhaltige Küche und am Abend kann bei gemütlichem Kaminfeuer in der Bar gesessen werden. Alles in Babyphone-Reichweite.

Doch alles der Reihe nach…

Das Hotel liegt von Berlin und Potsdam etwa zwei Stunden mit dem Auto entfernt. Der Empfang im etwas außerhalb der Ortschaft, direkt an einem See, gelegenen, Hotel war herzlich und unkompliziert. Uns wurde unser Zimmer gezeigt in dem Paul schnell und begeistert seinen Schlafplatz im oberen Doppelstockbett entdeckte. Für Jonah gab es ein zugestellten Babybett und für unruhige Nächte war eine räumliche Trennung von Pauls Schlafbereich und dem Hauptschlafbereich möglich. Alles sah nach einem erfolgreichen Auszeit-Urlaub aus. Alles richtig gemacht.

Wir schauten auf die Uhr und stellten mit Entzücken fest, dass gerade Kaffee- und Kuchen-Zeit war und trödelten langsam in Richtung Restaurant. Nachdem wir uns dort gestärkt hatten ging es direkt in die Badelandschaft, die viel für Paul und Jonah zu bieten hatte.

Auch das Abendessen überzeugte und konnte sowohl unseren kulinarischen Anspruch, aber auch den unseres dreijährigen Sohnes abdecken. Und auch für Jonah gab es eine riesige Anzahl an Gläschen (die zu jeder Tageszeit im Hotel frei zugänglich zur Verfügung stehen) von Holle zur Auswahl, sodass wir weiter an der Evolution seiner Nahrungsaufnahme arbeiteten.

Nachhaltigkeit im Rookhus – gute Küche mit lokalen Wurzeln

Am Abend, nachdem beide Kinder nach dem Toben beim Baden und dem guten essen eingeschlafen waren, gingen wir in die Bar, setzten uns ans prasselnde Kaminfeuer und vertieften uns in unsere Bücher. Es war die perfekte Mischung aus kindgerecht und … altersgerecht (ist das Wort hier schon angebracht?).

Doch was lief schief?

Mit dem Hotel hatte das nichts zu tun. Doch schnell war klar, dass wir neben unseren zwei Jungs auch eine ordentliche Dosis Krankheitserreger mitgenommen hatten. Zuerst begannen Eva und Jonah mit Husten, schnupfen und Fieber zu kämpfen bis später dann auch noch Paul begann krank zu werden.

Die Nächte mit krankem Baby, das zeitgleich noch an der Etablierung erster Zähne arbeitet, sind lang, dunkel und schlaflos. Egal ob Zuhause oder in einem Hotel. Egal ob in Deutschland oder am anderen Ende der Welt. Und so war es auch in Wesenberg.

David & EVA

Am Tage konnten wir die Vorzüge des Hotels erkunden und gingen beispielsweise zum Lagerfeuer und backten Stockbrot, besuchten die Tiere, Paul testete die Bobbycar Bahn oder als dann der Schnee kam bauten wir auch einen Schneemann und fuhren Schlitten.

Stockbrot am Lagerfeuer

Winterdienst

Doch die Nächte waren unruhig, meist von Beginn an, sodass wir fortan gar nicht mehr bis zum Kaminzimmer gingen, sondern direkt im Zimmer blieben. Doch da wir selbst begannen und Husten, mussten wir uns auch versuchen räumlich zu isolieren, um die Kinder nicht bei dem ohnehin unruhigen Schlaf zu stören.

Und so kommt es, dass wir mit unseren Büchern im Badezimmer sitzen.

Und Tee trinken. Und gleichzeitig schauen wir uns in die Augen und sind uns sicher, dass wir sehr gern wieder hierher, nach Wesenberg ins Rookhus, kommen werden. Hier gibt es noch viel zu entdecken und eine Menge Potential für eine Familien-Auszeit unweit von Berlin. Das nächste Mal dann vielleicht ohne Krankheitserreger im Gepäck, mit einem höheren Erholungsfaktor.

Habt ihr bereits Erfahrungen mit Familienhotels gemacht?

 

P.S: Dieser Artikel ist keine Werbung. Wir haben weder einen Rabatt noch eine Einladung bekommen.

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Über den Autor

... ist leidenschaftlicher Fotograf und immer auf der Suche nach wundervollen Motiven. Außerdem ist er begeistert von Webtechnologien und hat zu diesem Thema mehrere Artikel in Expertenzeitschriften veröffentlicht. Fotografische Highlights der bisherigen Reisen waren für ihn Hawaii (auf Grund der Vielfältigkeit), Indien und Nepal. Folge uns auf Facebook und abonniere unseren Newsletter.

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