Manchmal hilft jede Form der Vorbereitung nicht. Wir schreiben viel über Dinge, die geplant und vorbereitet werden können. Das gibt Sicherheit und Ruhe. Und Sicherheit und Ruhe führt zu einer entspannteren Reise. Das ist vor allem mit Kind sehr wertvoll. Dennoch gibt es immer wieder Dinge, die einfach nicht planbar sind und die die Leichtigkeit auf Reisen schnell beenden können.

Lass mich dazu eine kurze Geschichte erzählen: Es war unsere erste größere Reise mit Paul. Wir waren im sommerlichen Schottland unterwegs und viel im Grünen. Paul liebt es in der Natur zu sein und interessierte sich eingehend für Laub. Auch wenn er noch lange nicht laufen konnte, machte er immer wieder klar, dass er gern den Baum befühlen oder hier und da mal ein wenig Graus ausrupfen möchte. Oder er war mit uns auf einer Decke im Gras. Es war schön.

Am Abend eines Tages wollten wir Paul baden, als wir eine Zecke an seinem kleinen Baby-Arm entdeckten. Eine Zecke! Die Entspannung war plötzlich weg. Ein kleines Tier, das unter Umständen gefährliche Krankheiten übertragen kann. Krankheiten, gegen die es keine Impfungen gibt, jedenfalls nicht für Babys. Unsere Vorbereitung hat uns geholfen, da wir eine Zecken-Pinzette in unsere Reiseapotheke hatten. Es wurde zum Glück auch keine Krankheit übertragen. Dennoch: Die Sorgen waren groß.

Einige Dinge können nicht vorab ausgeschlossen werden. Bei anderen gibt es nie eine hundertprozentige Sicherheit. Dennoch: Bei Fällen, in denen wir Gefahren ausschließen, oder zumindest das Risiko verringern können, versuchen wir dies auch zu tun. Das bedeutet, dass wir uns Gedanken zu Reiseimpfungen machen und dabei stets die Vor- und Nachteile abwägen, dass wir beim Fliegen die höhst-mögliche Sicherheit für unser Kind wählen und vorbereitet auf Reisen gehen. Vorbereitet bedeutet, dass wir unsere Reiseapotheke planen und von Anfang an auf den Sonnenschutz achten.

Eine weitere Gefahrenquelle auf Reisen, sind – neben Zecken – andere kleine Tiere: Mücken. In Deutschland „nerven“ sie uns hin und wieder, sind jedoch im Grund harmlos. In vielen anderen Gebieten der Erde – vor allem in tropischen Ländern – übertragen sie ernsthafte Krankheiten wie Malaria, Dengue-Fieber oder Zika.

Gegen diese Krankheiten gibt es derzeit keinen Impfstoff: Es ist also Prävention angesagt.

So schützen wir uns und unser Baby auf Reisen gegen Mücken (und die lästigen Sandflies in Neuseeland)

Es gibt keine Patentlösung für den Schutz vor Mücken. Alle Hilfsmittel und Möglichkeiten, die wir nachfolgend aufzeigen, geben keinen hundertprozentigen Schutz und funktionieren am besten in Kombination.

Lange Kleidung: Der beste Schutz

Natürlich ist es in den tropischen Gebieten sehr warm. Es herrscht zumeist eine hohe Luftfeuchtigkeit und gelegentlich ergibt sich ein Gefühl, die Luft würde wie eine warme Wand mitten im Raum stehen. Dennoch: Der beste Schutz für Mücken ist lange Kleidung. Umso mehr Körperfläche bedeckt ist, desto besser. Auch luftige Kleidung hilft.

Paul wandert wie ein Großer auf dem Great Walk

Paul wandert wie ein Großer auf dem Great Walk

Weg von stehenden Gewässern

Mücken sind zumeist (vermehrt) an Orten vorhanden, an denen stehende Gewässer existieren. Dies sind optimale Voraussetzungen für ihren Lebensraum. Dazu zählt glücklicherweise nur (unbehandeltes) Süßwasser – also Pool und Meer sind sicher. Sofern möglich, könnt ihr versuchen Gebiete mit Seen, Tümpeln und angelegten (stehenden) Wasseranlagen zu vermeiden. In Indien gibt es beispielsweise viele Tempel und Gebäude (unter anderem auch das Taj Mahal), die Wasseranlagen haben, die eine regelrechte Mückenplage auslösen.

Taj Mahal

Taj Mahal

Mückenspray: Auch für Kinder gibt es Optionen

Eva und ich verwenden für uns gern Insektenschutz-Mittel mit DEET-Anteil. Das zeigte bisher in unserer Erfahrung die beste Wirkung. Generell gilt jedoch bei diesen Mitteln, dass vor Ort meist bessere Mittel zur Verfügung stehen, die auf die einheimischen Verhältnisse abgestimmt sind. Mücken- und Sandfly-Arten reagieren gegebenenfalls unterschiedlich und so kann das gleiche Mittel an verschiedenen Orten weniger oder mehr bewirken.

Für Kinder gibt es ebenfalls verträgliche – meist rein pflanzliche – Mittel. Wir haben diese bisher immer sparsam verwendet und lieber auf lange Kleidung gesetzt. Dennoch: Anti Brumm für Kinder ist ein solides Mittel, dass wir empfehlen können. Es gab keine Hautirritationen und keine Mückenstiche.

Mückennetz auf Reisen: Es gibt eine leichte, transportable Möglichkeit

Wir haben ein transportables Mückennetz auf unserer Packliste. Das verwenden wir, wenn wir uns in „geplagten“ Gebieten aufhalten. Wir hängen es im Camper-Van über das Bett oder im Hotelzimmer an die Decke und schlafen darunter. Es nimmt wenig Platz weg und ist sehr leicht, sodass es im Gepäck nicht ins Gewicht fällt. Auch bei Regionen mit viel Mücken oder Sandflies (zum Beispiel Milford Sound), hatten wir einen ruhigen Schlaf ohne wegen dauerhaften Angriffen von Mücken wach zu werden.

Option für das Baby: mobiles Reisebett (Zelt)

Wir haben ein extrem leichtes, mobiles Reisebett – eigentlich eher ein kleines Zelt mit aufblasbarer Matratze – auf unserer Packliste. Dieses Zelt ermöglicht es Dein Baby „abgeschottet“ schlafen zu lassen. Es schützt vor Licht und eben auch vor Insekten. Wir verwenden dieses Bett auch als Sonnenschutz.

Sandflies: Babys sind gar nicht so stark betroffen

Am Milford Sound – genauer auf dem Cascade Creek Campground – mussten wir unser Abendessen im Freien abbrechen: Es waren so viele Sandflies um uns herum, die uns im Sekundentakt gestochen (stechen oder beißen diese Dinger?) haben. Paul wirkte von der ganzen Sache reichlich unberührt. Und er hatte auch nach diesem Angriff keinen einzigen roten Punkt auf der Haut. Klar, er hatte lange Kleidung an, aber die Sandflies machten auch vor Händen und Gesicht bei uns keinen Halt.

Casecade Creek

Casecade Creek

Ich hatte es mehrfach gelesen – und nicht geglaubt – jedoch scheinen Babys weniger von Sandflies betroffen zu sein, als wir Erwachsenen. Insgesamt hatte Paul in Neuseeland nur sehr sehr wenige Sandfly-Stiche/ Bisse (könnte ich an einer Hand abzählen). Wir hingegen haben hin und wieder (bei kurzen Hosen, kein Insektenmittel) ordentlich gelitten.

Bei Stichen/ Bissen von Sandflies ist insgesamt am wichtigsten nicht zu kratzen. Dann gehen sie auch recht schnell wieder vorbei. Gibst Du dem Drang erst einmal nach jucken sie noch mehr und der Spaß verlängert sich für Dich noch einmal gewaltig.

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Über den Autor

... ist leidenschaftlicher Fotograf und immer auf der Suche nach wundervollen Motiven. Außerdem ist er begeistert von Webtechnologien und hat zu diesem Thema mehrere Artikel in Expertenzeitschriften veröffentlicht. Fotografische Highlights der bisherigen Reisen waren für ihn Hawaii (auf Grund der Vielfältigkeit), Indien und Nepal. Folge uns auf Facebook und abonniere unseren Newsletter.

1 Kommentar

  1. Ja, die lieben Mückenbiester… Wir haben erst vor kurzen die Mückenschutzmittel von Ballistol Stichfrei für uns entdeckt, es gibt eine milde Version „Kids“ die sogar schon ab 2 Monaten zugelassen ist, die „normale“ Version ist sehr ergiebig und bisher nach unserer Erfahrung auch sehr gut wirksam. Asiatische Sandflies mochten kein Kokosöl, das wurde dort vor Ort überall verkauft und hat super geholfen! Einmal hab ich leider den Rücken vergessen und prompt die Quittung bekommen… Auch das NoBite Imprägnierspray für Kleidung benutzen wir seit 2 Jahren sehr gerne und es scheint auch gut zu wirken. Ist wohl auch für Kinder geeignet (für Kleidung die nicht direkt in den Mund genommen wird). Und der BiteAway Stichheiler gehört zu unseren ständigen Begleitern – auf Reisen und im deutschen Sommer! Verhindert zwar keine Krankheiten wie Dengue und Malaria, aber sehr wohl Entzündungen durch aufgekratzte Stiche – denn die Stiche sind oft am nächsten Tag schon nahezu spurlos weg (und ich neige sonst zu Monsterquaddeln)… die Kinder-Einstellung toleriert unser Sohn seit er ca. 3 Jahre ist ganz gut. Inzwischen mit 5 fragt er sogar aktiv danach. 🙂

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