Stettin (Szczecin) wurde mir als Wochenendziel immer wieder einmal vorgeschlagen. Aus Berliner Sicht ist es nicht weit entfernt, gut zu erreichen und bietet obendrein etwas Neues zu entdecken. Eine kurze Google Bildersuche bestätigte die Annahme, dass es uns dort gefallen könnte. Also buchten wir ein Airbnb für ein langes Wochenende und fuhren los.

Der Marktplatz: Eines der beliebten Motive in Stettin

Anreise, Fortbewegung und Unterkunft

Wie gesagt ist die Anreise aus dem Berliner Raum sehr leicht und kurz und kann bestenfalls mit dem Auto erfolgen. Auch mit der Bahn ist die Stadt gut angebunden.

Für die Unterkunft haben wir wieder einmal, auf Grund der vielen Vorteile, auf ein Airbnb gesetzt. Die Auswahl an Airbnbs in Stettin ist sehr groß und die Preise moderat. Wir haben bewusst ein zentral gelegenes Airbnb gewählt, um uns vor Ort ausschließlich zu Fuß bewegen zu können. Das ist in dieser Stadt auch sehr gut möglich.

Damit komme ich auch schon direkt zur Fortbewegung vor Ort.  Die wesentlichen Sehenswürdigkeiten sind fußläufig erreichbar und zusätzlich können Busse und Trams genutzt werden. Wir haben alles zu Fuß gemacht und sind so gut zurecht gekommen.

Geld und Preise

Die Währung in Polen ist der Zloty (derzeit ist 1 Zloty ungefähr gleichbedeutend mit 0,25 EUR).

Generell kann vieles (oder fast alles) mit Karte bezahlt werden. Bei der richtigen Karte auch kostenfrei und unkompliziert. Wir haben – da es sich um nur ein Wochenende handelte – versucht auf Bargeld zu verzichten, um dann nicht am Ende mit einer Menge „Restgeld“ dazustehen. Das war kein Problem.

Die Preise sind in der Regel etwas tiefer, vor allem beim Essen und bei der Unterkunft gehen ist uns das aufgefallen. Tanken – hingegen der weitläufig verbreiteten Meinung – zählt unserer Meinung nach nicht zu den großen Sparpotentialen.

Was gibt es in Stettin zu sehen?

Stettin investiert viel in die Darstellung der Stadt, beispielsweise auf der offiziellen Webseite. Außerdem gibt es eine kostenlose App, die alle notwendigen Informationen bietet. Aber auch ganz analog in der Stadt selbst, ist es sehr einfach sich zurecht zu finden.

Es gibt eine rote Linie („Red Walk“), die auf den Fußwegen entlang aller zentralen Sehenswürdigkeiten führt. An allen wichtigen Punkten sind Zahlen aufgemalt, um die wesentlichen Informationen aus einem Mini-Guide (erhältlich an der Tourist Information oder als PDF) abzulesen.

Einfach immer der roten Linie folgen

 

Unsere Highlights in Stettin

Der Marktplatz

Da unser Airbnb direkt am Marktplatz lag starteten wir genau dort. Der Marktplatz ist das zentrale Postkartenmotiv und zentrales Ergebnis der Google Bildersuche mit dem Stichwort „Stettin“.

Leider ist der Platz recht klein und losgelöst vom sonstigen Stadtbild: Stettin ist keine Stadt mit einem einheitlichen, romantischen Altstadtkern, sondern geprägt von unterschiedlichen Epochen und Stilen. Immer wieder findest Du hier einzelne Perlen inmitten von baufälligen Stadtbild-Schanden.

Dennoch gibt es sie, diese Perlen, und der Marktplatz zählt unbestritten dazu. Von hier aus sind weitere Sehenswürdigkeiten fußläufig erreichbar, so beispielsweise das Stettiner Schloss.

Das Schloss der Pommernherzöge

Das Schloss der Pommernherzöge – oder Stettiner Schloss – ist eines der größten Kulturzentren der Gegend. Nach seiner starken Beschädigung im zweiten Weltkrieg wurde dieses Denkmal wieder aufgebaut und beherbergt heute kulturelle Einrichtungen, ist zentraler Ort für Veranstaltungen und einfach schön anzusehen.

Ruhiger Innenhof im Schloss – das Schloss beherbergt auch Veranstaltungen, Museen und Restaurants

Das Schloss erkunden

Von hier aus ist es kein weiter Weg zu der Hakenterrasse.

Die Hakenterrasse

Die Hakenterrasse (Wały Chrobrego) ist ein 500 Meter langer Bau, der weit über der Oder liegt und somit einen schönen Blick auf sie zulässt. Der Bau aus Sandsteinblöcken stellt heute den Vorplatz des polnischen Nationalmuseums dar.

An der Hakenterrasse

Ausblick auf Stettin und den Hafen/ die Oder

Paul schaut sich den Sonnenuntergang von der Hakenterrasse aus an

Nachdem wir die vielen Treppen der Hakenterrasse nach unten zum Ufer der Oder geschafft hatten, konnten wir entspannt entlang der Oder flanieren.

Entlang am Wasser: Oder und Hafen

Paul war schwer begeistert von die vielen Kränen und Schiffen, die im Hafengebiet zu sehen waren. In der Abenddämmerung mit einsetzender Beleuchtung war dies auch fotografisch interessant.

Der Hafen an der Oder in Stettin

Jakobskathedrale

Die Jakobskathedrale ist die größte Kirche Pommerns und damit allein auf Grund ihrer Ausmaße sehenswert. Rund um den nahegelegenen Fontanna Orła Białego (Brunnen) gibt es einen hübschen Park mit Spielplatz sowie gute Restaurants.

Jakobskathedrale vom Fontanna Orła Białego

Stettin bei schlechtem Wetter

Was tun bei schlechtem Wetter?

Natürlich bleibt es nicht aus, dass es – gerade wenn ihr wie wir im Oktober nach Stettin reist – auch mal regnet. Wir haben uns gegen Museen entschieden und haben die „Galeria Kaskada“ angesteuert. Das ist ein zentral gelegenes, großes Einkaufszentrum.

Wir haben bei Costa Coffee einen guten Kaffee getrunken und sind durch die Geschäfte geschlendert. Schließlich stand ja kurze Zeit später auch Pauls Geburtstag an. Paul entdeckte auch kurzerhand einen Indoor-Spielplatz (sogar mit Betreuung) auf dem er sich auch bei schlechtem Wetter gut austoben konnte. So kamen alle auf ihre Kosten.

In Stettin gut Essen: Unsere Empfehlung

Wir haben in Stettin immer sehr gut gegessen. Das lokale Essen ist sehr lecker und gleichzeitig sind die Preise in Bezug zum Service und Qualität überschaubar. Bei reichhaltigem Essen mit Getränken, Vorspeisen und Hauptgang für uns und Paul (Jonah verzichtet noch auf feste Nahrung) landeten wir in der Regel bei 40 – 50 EUR.

Das beste Essen hatten wir in Stettin im Restauracja Radecki. Von außen unscheinbar, überzeugt das Restautant mit extrem hochwertigen italienischen Speisen. Wohl die bisher beste Pizza, die wir je gegessen haben. Das meint auch Paul und isst das erste Mal in seinem Leben so richtig Pizza mit Belag.

Doch nicht nur wir sehen die Qualität und Güte des Restaurants scheinbar so. Beim Verlassen des Restaurants stellen wir fest, dass es zum dritten Mal in Folge vom polnischen Gault & Millau ausgezeichnet wurde.

Der schwerste Part: Warten auf das Essen

Unser Fazit zu Stettin mit Kind

Stettin hat ein paar wirklich schöne Sachen zu bieten und überzeugt vor allem auch im kulinarischen Bereich. Leider waren meine Erwartungen an die Stadt deutlich höher und wurden durch das zerklüftete Stadtbild nur teilweise erfüllt.

Stettin investiert jedoch sehr viel in die Stadt, um das Bild attraktiver zu gestalten. Im Sommer gibt es darüber hinaus noch weitere Möglichkeiten in und um die Stadt herum die Wasserwege zu entdecken und beispielsweise Freibäder zu besuchen. Auch die polnische Ostsee oder das Stettiner Haff sind nicht weit entfernt und können einen Besuch der Stadt im Sommer weiter abrunden.

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Über den Autor

… ist leidenschaftlicher Fotograf und immer auf der Suche nach wundervollen Motiven. Außerdem ist er begeistert von Webtechnologien und hat zu diesem Thema mehrere Artikel in Expertenzeitschriften veröffentlicht. Fotografische Highlights der bisherigen Reisen waren für ihn Hawaii (auf Grund der Vielfältigkeit), Indien und Nepal. Folge uns auf Facebook und abonniere unseren Newsletter.

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