Wir starteten unsere Reise mit Asien und wir beenden unsere Reise mit Asien. Diesmal führt uns unser Weg jedoch nicht über den kleinen Stadt-Staat Singapur, sondern über Thailand. Hier hatten wir aus der Vergangenheit noch eine „Rechnung offen“. Wir waren bereits in Thailand und haben damals den Stop-Over in Bangkok nicht für einen Besuch in der Stadt genutzt, sondern sind direkt weiter zum Ziel geflogen. Diesmal sollte das anders sein.

Nach den sommerlich-angenehmen Temperaturen und europäischem Klima in Neuseeland laufen wir nun aus dem Flugzeug direkt gegen eine Wand aus Luftfeuchtigkeit und tropischer Wärme. Diese Kombination erinnert uns sofort daran, dass wir wieder Südost-Asien erreicht haben. Wir fühlen uns hier immer sehr wohl, Paul hatte jedoch in Singapur durch die Wärme und hohe Luftfeuchtigkeit ein stärkeres Bedürfnis nach Schlaf. Mit Bade-Pausen und ein wenig zeitlicher Planung der Aktivitäten stellt das jedoch kein Problem dar. Wir haben in Singapur unser Tempo und unsere Vorhaben an Paul angepasst und haben dies auch für Bangkok und unsere letzte Station im Anschluss Phuket geplant.

Wir stehen ein Uhr nachts am Flughafen in Bangkok, nehmen unser Gepäck entgegen und lagern direkt ein Teil unserer Sachen am Flughafen ein. Wir haben so gepackt, dass wir mit einem Handgepäck und einem Reiserucksack in den Wochen in Bangkok und Phuket auskommen. Der restliche „Ballast“ bleibt in Bangkok, bis wir es auf dem Rückweg wieder entgegen nehmen. Die thailändischen Preise sind günstig (100 Baht/ Stück/ Tag), sodass uns diese Entscheidung sehr leicht fällt. Mit so wenig Gepäck reist es sich danach viel leichter.

Bis wir mit dem Taxi im Hotel ankommen, ist es fast drei Uhr. Wir sind erschöpft, da wir in Neuseeland abends gestartet sind und es für uns in neuseeländischer Zeit eigentlich schon neun Uhr morgens ist. Wir haben auf dem Flug von Christchurch über Sydney nicht geschlafen. Paul hat die Zeit im Flugzeug besser genutzt und von Sydney bis Bangkok geschlafen (das war auch unser Plan, um ihn schnell auf die neue Zeitzone anzupassen). Durch die Unterbrechung seiner „Nacht“ mit dem Transport in Bangkok ist auch er im Hotel wieder müde und schläft zusammen mit uns den Jetlag aus. Am Morgen wachen wir auf, sind erholt und haben die sechs Stunden Zeitverschiebung schon verkraftet. So können wir direkt mit einem guten Frühstück in den Tag starten.

Schwimmender Markt Damnoen Saduak

Vielleicht hast Du es schon gemerkt: Zu Evas Lieblingsbeschäftigungen zählt das Besuchen von Märkten. So ist es nicht verwunderlich, dass uns der erste Weg etwas raus aus der Stadt zum schwimmenden Markt Damnoen Saduak führt. Hier gibt es allerhand Plunder, Obst, Gemüse, thailändische Speisen und noch viel mehr zu kaufen. Das Besondere daran: Der Markt ist entlang von Kanälen gebaut und wird von Einheimischen und Touristen per Boot angefahren.

Boote und Behausungen am Ufer fungieren als Läden

Boote und Behausungen am Ufer fungieren als Läden

Das etwas andere "Gedränge" auf dem Markt

Das etwas andere „Gedränge“ auf dem Markt

Wir haben uns vor Ort ein Boot mit Fahrer gemietet und sind für eine Stunde durch das Gedränge des Marktes gefahren. Wir haben gefeilscht und gehandelt aber am Ende doch nichts gekauft. Das war jedoch nur nebensächlich, da die Erfahrung der Bootsfahrt und dieses schwimmenden Marktes allein das Ziel war.

Auch Garküchen bieten ihre Waren an

Auch Garküchen bieten ihre Waren an

Vor allem Obst wird hier gern angeboten

Vor allem Obst wird hier gern gekauft

Das Gedränge, die feuchte Wärme, die Gerüche von thailändischem Essen und Abgasen der motorenbetriebenen Boote ergeben für uns einen Sinnes-Cocktail, der typisch Südost-Asien ist. Die Hitze setzt uns allen ein wenig zu und so sind wir froh, als wir uns im Anschluss in unserem Hotel im kühlen Nass tummeln können.

Die verschiedenen Transportmittel in Bangkok

Am Nachmittag begeben wir uns in die Stadt, um zum Siam Center zu fahren. Eigentlich wollen wir uns nur schnell ein paar neue Flipflops kaufen. Der Verkehr in Bangkok macht jedoch aus „schnell“ beinahe eine Tagesaufgabe.

Bisher waren wir mit Taxi vom Flughafen zum Hotel unterwegs. Da es mitten in der Nacht war und die Highways benutzt werden konnten (Hochstraßen mit Mautgebühren, die als eine Art Autobahn über die Stadt hinwegführen), ging dies schnell. Außerdem waren wir mit einem Hotel-Taxi-Service zum schwimmenden Markt (außerhalb von Bangkok) unterwegs. In beiden Fällen hielt sich der Verkehr in Grenzen. Für die knapp sieben Kilometer vom Hotel bis zum Siam Center, brauchen wir dann jedoch mit dem Taxi mehr als 1,5 Stunden. Für den Rückweg mussten wir also unbedingt umplanen.

Wir nutzen also den Bangkok Skytrain (BTS), fuhren bis zum Chao Phraya River und nahmen von dort aus ein Boot zurück zum Hotel. Für nur ein paar Baht können per Boot Stationen entlang des gesamten Flusses angefahren werden.

Immerhin auf dem Wasserweg gibt es selten Stau

Immerhin auf dem Wasserweg gibt es selten Stau in Bangkok

Wenn keine Möglichkeit besteht mit dem Sky Train oder Boot ans Ziel zu kommen, ist auch ein Tuk Tuk eine gute Wahl. Am nächsten Tag beispielsweise fuhren wir mit dem Boot zum Königspalast und von dort aus mit dem Tuk Tuk in die geschäftige Backpacker-Straße Khaosan Road. Tuk Tuks müssen auch durch den stockenden Straßenverkehr, drängeln sich jedoch in alle (noch so kleinen) Lücken und kommen so schneller voran.

Sehr praktisches Transportmittel in Bagkok - und günstig noch dazu

Sehr praktisches Transportmittel in Bagkok – und günstig noch dazu

„It’s so random“ – Man trifft sich immer zwei Mal im Leben

Am Siam Center traue ich meinen Augen nicht. In Neuseeland, etwas nördlich von Auckland, hatten wir sehr liebe Menschen kennengelernt, mit denen wir sofort in Gespräch gekommen waren. Ein Paar, dass schon Monate in Südamerika gereist ist, danach in Australien gelebt hat und nun in Neuseeland reiste. Der Plan sah vor, dass sie danach noch ein Jahr in Asien unterwegs sein wollten, bevor sie in ihre Heimat zurückkehren.

Nun liefen sie uns völlig ungeplant mitten in Bangkok, einer Millionen-Stadt, über den Weg. Was für ein unwahrscheinlicher Zufall! Umso größer war die Freude sich so schnell wiederzusehen.

Königspalast (Grand Palace) & Khaosan Road

Der große Palast oder Königspalast war einst der Sitz der Könige von Siam (heutiges Thailand). Mittlerweile ist der Königssitz im Chitralada-Palast, die Schönheit der Anlage und deren Tempel nahe des Flusses ist jedoch geblieben. Heute ist die Anlage (zu Recht) ein riesiger Besuchermagnet. Die Massen strömen nur so zum Palast und pressen sich durch die Gebäude.

Wunderschöne Anlage: Der Königspalast

Wunderschöne Anlage: Der Königspalast

Räucherstäbchen

Räucherstäbchen

Der Zutritt zur Anlage wird gegen 500 Baht pro Person gewährt. Viel Geld für thailändische Verhältnisse. Geld, dass in den Erhalt der Anlagen investiert wird. Außerdem muss die Kleidung passen (Schultern und Beine bedeckt, keine zerrissenen Sachen), da sonst der Zugang verwehrt wird, weil dies die Tempelanlage entweihen würde. Bei Babys sind die Thais nachsichtiger: Kurze Hosen sind hier vollkommen in Ordnung.

Tempel im Sonnenlicht

Tempel im Sonnenlicht

Gold und bunte Farben prägen das Bild der Anlage

Gold und bunte Farben prägen das Bild der Anlage

Mit Baby ist das Gedränge in der Anlage bei der tropischen Wärme und hohen Luftfeuchtigkeit eine echte Herausforderung. Eine Herausforderung, die uns dazu bringt nicht jede Ecke der Anlage zu erkunden, sondern uns ein Bild davon zu machen und von Schatten zu Schatten zu laufen. Es ist unerträglich warm und Paul hängt in der Bauchtrage vor mir. Ihn dort alleine laufen zu lassen ist bei der Masse an Besuchern leider gar keine Option. Am Ende finden wir jedoch einen guten Platz im Schatten an dem wir die Schönheit der Anlage aufsaugen können und nebenbei etwas Kühles zu trinken bekommen konnten.

Anschließend ging es mit Tuk Tuk in die Khaosan Road. Im engeren Sinne keine Attraktion. Die Straße hat vor allem Bekanntheit erlangt, da Leonardo DiCaprio im Film „The Beach“ dort übernachtet. Es ist im wesentlichen eine Straße die vor allem bei Backpackern beliebt ist und günstige Absteigen, Bars und Läden bietet. Heute schon deutlich weniger günstig als vor dem Hollywood-Streifen, jedoch ganz nett anzusehen und schön für einen kleinen Streifzug durch Straßenläden.

Die Khoasan Road

Die Khaosan Road – fast so etwas wie eine „Fußgängerzone“

Wie ist nun also das Reisen mit Kind in Bangkok?

Es ist deutlich schwieriger als in all unseren vorherigen Stationen. Die Hitze, die Luftfeuchtigkeit, der Smog, der Verkehr, der Müll und die vielen Menschen ergeben eine ungünstige Ausgangssituation. Darüber hinaus ist das Angebot an Nahrungsmitteln für Babys (z.B. Brei, Quetschies) schlicht weg nicht vorhanden oder ungesund.

Natürlich kann man Bangkok dennoch mit Kind entdecken, jedoch muss hier unserer Meinung nach deutlich mehr Zeit eingeplant werden, als in anderen Metropolen (oder eben weniger angesehen werden). Es ist beispielsweise schwierig mit einem müden Kind an einem Taxistand eine Stunde anzustehen, um danach eine Stunde im Verkehr festzustecken. Ein Kind das gerade selbst laufen lernt, hat es schwer diesen Drang in den vollen Straßen und Sehenswürdigkeiten auszuleben.

Die Auswahl an zuckeriger Babynahrung in einem Supermarkt

Die Auswahl an Babynahrung in einem Supermarkt: Häufig mit viel Zucker, in Gelform oder in „interessanten“ Geschmacksrichtungen

Dennoch geht es (und es ist unbedenklich!), wenn genügend Zeit vor Ort eingeplant wird und die Bedürfnisse des Kindes (noch mehr als sonst) in den Mittelpunkt gestellt werden. Ist es dem Kind zu viel, wird abgebrochen und etwas Anderes gemacht und wenn es das Baden im Hotelpool ist.

Wir werden definitiv noch einmal in Bangkok Halt machen, um mehr von der Stadt zu sehen. Doch jetzt geht es in den entspannten Familienurlaub in Phuket.

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Über den Autor

... ist leidenschaftlicher Fotograf und immer auf der Suche nach wundervollen Motiven. Außerdem ist er begeistert von Webtechnologien und hat zu diesem Thema mehrere Artikel in Expertenzeitschriften veröffentlicht. Fotografische Highlights der bisherigen Reisen waren für ihn Hawaii (auf Grund der Vielfältigkeit), Indien und Nepal. Folge uns auf Facebook und abonniere unseren Newsletter.

1 Kommentar

  1. Pingback: Fliegen mit Kleinkind – Stopover in Asien | Mami bloggt

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