Diese Zeit ist unbezahlbar. Das geht mir immer und immer wieder durch den Kopf, wenn ich an die Zeit unterwegs zurückdenke. Vier Monate haben wir eine sehr intensive Zeit als Familie auf Reisen verbracht: Wir haben jedoch nicht nur Singapur, Australien, Neuseeland und Thailand bereist, sondern auch ganz andere Entdeckungen gemacht.

Vier Monate sind eine lange Zeit. Insbesondere in einem so jungen Leben wie das von Paul, das zum Start unserer Reise gerade genau ein Jahr lang war. Das zeigte auch der von Eva handgefertigte Pullover mit einer applizierten Eins (bestehend aus Füchsen) darauf.

Paul war schon ein wenig stolz, als er in seinem Hochstuhl in Hamburg beim Frühstück saß und sich offenbar Alles um ihn drehte. Es war sein großer Tag, sein Geburtstag und gleichzeitig der Start unserer Reise.

Fisch essen

Fisch essen bei original Hamburger Wetter

Zu diesem Zeitpunkt hatte Paul vier kleine Hasenzähne, konnte ein wenig krabbeln – vermochte jedoch eher zu sitzen und sich tragen zu lassen, ernährte sich von Brei und noch hin- und wieder etwas Muttermilch, interessierte sich noch nicht für Bücher oder Tiere und schlief mindestens zwei Mal am Tag. Die Nächte waren hin- und wieder etwas chaotisch. Nicht immer schlimm, aber phasenweise durchwachsen.

Vor der Reise sagten wir immer mal wieder Sätze wie: „Toll, dann lernt er das Laufen am Strand in Australien. In der Wärme und nicht im winterlichen Deutschland mit schweren Stiefeln und dicken Jacken“. Dennoch war uns zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht klar wie stark sich Paul auf dieser Reise entwickeln würde. Und uns war auch nicht begreiflich – und auch jetzt ist das nicht in Worte zu fassen – wie stark uns diese Reise als Familie verbinden würde.

Butter bei die Fische: Wie sich unser kleiner Mann auf Reisen entwickelte

Oktober: Singapur

Aus Vier-Zahn-Paule wurde schon kurz nach dem Start unserer Reise Fünf-Zahn-Paule. Seine Essensgewohnheiten sollten sich damit wieder ein Stück mehr in Richtung fester Nahrung bewegen.

Wenn es etwas Tolles zu sehen gibt, dann ist das auch ein Grund zu klatschen. Das sieht Paul auch so und bringt seine kleinen Hände rhythmisch zusammen. Er klatscht wenn ihm etwas gefällt!

Oktober: Melbourne, Australien

Ich sagte es schon: Zum Beginn unserer Reise interessierte sich der kleine Abenteurer noch nicht wirklich für Tiere. Auch nicht für Bücher. Aber er interessierte sich für andere Menschen! Und er versuchte es immer auf die charmant-freundliche Art: immer nett lächeln und – ab Melbourne – mit Winken (und dem schon vorher gelernten Klatschen).

Paul beim Lauschen

Paul beim Lauschen

Oktober: Cairns, Australien

Ab diesem Zeitpunkt wurde es immer verrückter! Paul machte tatsächlich seinen ersten Schritt.

S E I N E N  E R S T E N  S C H R I T T.

Die meisten Eltern werden unsere Aufregung bei diesem Punkt verstehen können. Das Baby wirkt ab diesem Zeitpunkt schlagartig so groß. Eva standen sofort die Tränen in den Augen.

Smalley Beach

Smalley Beach

Oktober: Irgendwo an der australischen Ostküste

Paul beschließt eigenmächtig die Trennung von flüssiger und breiförmiger Nahrung. Es muss ab sofort etwas Richtiges her. Über alle bisherigen Darreichungsformen kann er nur noch lachen. Folgerichtig kämpft er sich an den Erwachsenentisch und bekommt auf Magnetic Island sein erstes waschechtes Kindergericht serviert. Und er schlägt sich gar nicht so schlecht dabei.

Ende Oktober: Whitsunday Islands

Paul gefällt die Bootstour zu den Whitsundays. Es gefällt ihm so sehr, dass er auf dem Boot das erste mal hüpft.

November: Rockhampton und Brisbane

Pünktlich in der australischen Steak-Hauptstadt bekommt Paul seinen sechsten Zahn. Und frisch gestärkt legt er grandiose vier Schritte am Stück hin. Wir sind so unglaublich stolz auf ihn.

Paul hat außerdem schlagartig die Tierwelt für sich entdeckt. Er freut sich über Kängurus, zeigt sie uns abends auch in seinen Büchern. Bücher haben es ihm eh ab diesem Zeitpunkt angetan, vor allem wenn sie mit Klapp-Elementen aufwarten können.

Kängurus

Kängurus in freier Wildbahn!

Dezember: Neuseeland

Paul wird immer sicherer beim Laufen und bald hören wir auf bei jedem neuen Anlauf die Anzahl der Schritte zu zählen. Denn es wird zunehmend anstrengender, da wir nunmehr in Bereiche wie 40, 50 und gar 60 Schritte kommen. Wie gestehen uns ein: er kann es. Er ist ein großer Junge und kann laufen (sofern keine fiesen Stolpersteine im Weg sind und er nicht nur vor Freude strahlt sondern auch darauf achtet wohin seine Füße treten).

Geschafft! (jetzt nur noch der Rückweg)

Geschafft! (jetzt nur noch der Rückweg)

Außerdem entdeckt Paul seine soziale Ader und beginnt zu teilen. Nicht mit jedem, aber zumindest füttert er mich mit den Sachen, die er nicht essen möchte. Ganz oben auf der Liste: Tomaten.

Weihnachten: Wanaka, Neuseeland

Paul bekommt wieder zwei weitere Zähne. Er läuft nun viel alleine auf den neuseeländischen Wiesen herum und besteht immer seltener auf die Unterstützung an unserer Hand zu gehen. Reis, Nudeln, Brot und Cornflakes gehören nun schon eine Weile zu seinen Grundnahrungsmitteln.

Paul im Mobiseat beim Essen in Neuseeland

Paul im Mobiseat beim Essen in Neuseeland

Januar: Thailand

Paul plantscht alleine im Pool herum und sortiert im Spiele-Raum die Teller, Tassen und Schalen. Er hat einen kleinen Ordnungs-Tick (woher er den hat, können wir uns noch nicht erklären) und übt beim Sortieren und Hin- und Hertragen das Laufen immer weiter. Er ist mittlerweile so sicher, dass unser Herz nicht mehr bei jedem Schritt stehen zu bleiben scheint.

Wir bringen ein kleinen großen Mann wieder mit zurück

Ich gehe davon aus, dass Eltern, die diesen Artikel lesen vieles verstehen und nachvollziehen können. Anderen könnte das zugegebenermaßen etwas schwerer fallen.

Unser Ende der Welt: Der Slope Point

Unser Ende der Welt: Der Slope Point

Jeder kleine Entwicklungsschritt ist eine so große Sache für uns und jedes Mal waren wir unendlich stolz auf Paul. Und das Beste: Bei jedem dieser „ersten Male“ waren wir alle zusammen.

Wir haben die Heimreise mit einem kleinen großen Mann angetreten, der – nebenbei bemerkt – ab dem ersten Tag auf Reisen durchgeschlafen hat. Ohne Ausnahme.

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Über den Autor

... ist leidenschaftlicher Fotograf und immer auf der Suche nach wundervollen Motiven. Außerdem ist er begeistert von Webtechnologien und hat zu diesem Thema mehrere Artikel in Expertenzeitschriften veröffentlicht. Fotografische Highlights der bisherigen Reisen waren für ihn Hawaii (auf Grund der Vielfältigkeit), Indien und Nepal. Folge uns auf Facebook und abonniere unseren Newsletter.

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