In diesem Jahr habe ich mir selbst keine Vorsätze auferlegt. Nein, in diesem Jahr überlasse ich mein Schicksal Eva. Wir geben uns für jeden Monat gegenseitig eine Challenge, basierend auf unseren Interessen, Grenzen die wir aufbrechen wollen oder Dingen, die wir schon zu oft und zu lange aufgeschoben haben. Im Januar lautet meine Challenge mindestens drei Bücher zu lesen.

Diese Challenge kam mir gerade recht. Ich hatte über das letzte Jahr – oder sogar länger? – immer wieder Bücher gekauft, es aber dann nicht geschafft die Zeit einzurichten, sie auch zu lesen. Eines dieser Bücher, das ich bereits 2015 in Australien in einem kleinen Buchladen entdeckte aber erst später kaufte ist “The Art of Free Travel” von Patrick Jones und Meg Ulman.

Was mich damals unmittelbar auf das Buch aufmerksam machte war das Cover: zu sehen sind zwei Tandem-Fahrräder, verhältnismäßig schwer beladen. Und auf diesen Rädern sitzen jeweils ein Erwachsener sowie ein Kind und auf dem einem Tandem sogar zusätzlich ein Jack Russell in einem Korb ganz vorn am Rad, fast wie ein Navigator. Zusammen mit dem Titel “The Art of free Travel” war das Buch gedanklich bereits in meiner Bibliothek. Doch eigentlich wusste ich gar nicht genau, was mich bei diesem Buch erwarten würde.

Worum geht es in “The Art of free Travel”

Ich hatte zuerst ausschließlich an die Freiheit beim Reisen gedacht. Keine Termine, keinen festen Plan, die Tage verschwimmen in der weiten Welt der Möglichkeiten und kostbaren Momente. Doch das ist nicht alles, was der Titel hinter sich verbirgt.

In dem Buch wird der Begriff Freiheit jedoch in mehr als dieser einen Perspektive behandelt:

  • Freiheit als Lebensgefühl auf einer Reise
  • Freiheit von Konsum: Zum einen die Selbstversorgung auf der Reise mit allem was am Wegesrand und entlang der australische Küste zu finden, angeln oder fangen ist, zum anderen im eigenen Zuhause durch Permakultur, das heißt die Eigenversorgung im eigenen Garten oder Gemeinschaftsgarten.
  • Finanzielle Freiheit: Finanzielle Verpflichtungen und gesellschaftliche Zwänge, können hinderlich für die eigene Freiheit sein. Meg und Patrick haben beispielsweise schon einige Zeit vor der Reise ihre beiden Autos abgeschafft, ihr Leben stark vereinfacht und alle Schulden beglichen.

Auch wenn ich zu Beginn einige Ansichten recht radikal empfand, bin ich gern dabei geblieben und es hat sich meiner Meinung nach gelohnt.

Doch worum geht es vordergründig?

Meg, Patrick, ihr Sohn Zephyr (11) und das Kleinkind Woody sowie ihr Hund machten sich auf den Weg Australien von Melbourne bis Cairns mit dem Rad und ihren Zelten zu bereisen. Das Buch erzählt was sie auf den etwa 6000 Kilometern in etwas mehr als einem Jahr auf dieser Strecke erleben und welche Erfahrungen sie gemacht haben.

Was hat mir besonders am Buch gefallen?

Das Buch vereint mehrere Aspekte, die mir zusagt haben.

Zum einen handelt es von einer Reise, die viele Orte, Dinge und Erlebnisse teilt, die wir selbst auf unserer Reise mit Camper von Cairns nach Sydney gesehen und erlebt haben.

Darüber hinaus haben mir die vielen, nicht zu aufdringlichen Denkanstöße einen wirklichen Mehrwert gebracht, wie beispielsweise folgende Stelle:

‚Industrial farmed and transported food’ I lectured Zeph as we walked from another unsuccessful hunt, ‘perpetuates the idea that humans are superior and have evolved to live in cities, and this is a big problem because if people can’t see their resources – food, water, fuel, medicine, fibre – they don’t really know what damage occurs in producing them. They’ve lost touch with these things.’ I sensed him rolling his eyes…

Was nehme ich aus dem Buch mit für mich?

Ich nehme viel Inspiration für ein einfacheres Leben mit mehr Ausrichtung auf Achtsamkeit und Nachhaltigkeit mit.

Desweiteren stärkt diese Geschichte noch einmal den Mut außergewöhnlich mit Kindern zu reisen. Wir haben in unserem Experiment mit Rad und Zelt zu reisen selbst gute Erfahrungen gemacht und ich bin mehr als überzeugt davon, dass wir hier nochmal eine längere Fortsetzung erwägen werden.

Und zu guter Letzt nehme ich einige der Punkte mit, die Meg am Ende der Reise als ihre Erkenntnisse festhält. Diese Punkte sollen ihr und ihrer Familie das weitere Leben als Mantras dienen:

  • Live as much outside as possible.
  • Avoid chairs.
  • Campfires make home.
  • Electricity disrupts.
  • Time is not money.
  • Balance between being quite with being social.
  • Reduce online time.
  • Possessions equal complications.
  • Joy and pain are intertwined.
  • Food is everywhere.
  • Be more generous than you have to be.
  • Sharing food and stories makes life rich.
  • Free is freeing.

Und eine kleine weitere Sache ist da noch: ich verfolge nun auch den Blog von Patrick und Meg.

Welche dieser Punkte verbindest du vielleicht auch mit deinem Leben? Gibt es weitere Werte, die du für dich selbst definiert hast?

Teile diesen Artikel!

Über den Autor

... ist leidenschaftlicher Fotograf und immer auf der Suche nach wundervollen Motiven. Außerdem ist er begeistert von Webtechnologien und hat zu diesem Thema mehrere Artikel in Expertenzeitschriften veröffentlicht. Fotografische Highlights der bisherigen Reisen waren für ihn Hawaii (auf Grund der Vielfältigkeit), Indien und Nepal. Folge uns auf Facebook und abonniere unseren Newsletter.

Hinterlasse eine Antwort