Unsere Reiseberichte zu Australien geben Dir einen Einblick, was wir entlang der Ostküste in sechs Wochen erleben konnten: Dieser Artikel soll Dir begleitend dazu Zahlen und Fakten liefern. Was hat das eigentlich alles gekostet? Wie weit sind die Strecken? Was kosten Restaurants, der Lebensmitteleinkauf und die Übernachtungen? Ist die australische Ostküste für das Reisen mit Kind geeignet? Wir versuchen es hier auf den Punkt zu bringen.

Die Strecke

Nach unserem (viel zu kurzen) Aufenthalt in Melbourne, ging unsere Camper-Van Tour von Cairns bis Sydney erst wirklich los. Die kommenden 4109km führten uns immer (mit kleinen Abstechern) entlang der australischen Ostküste in Richtung Süden.

Die Route entlang der australischen Ostküste

Die Route entlang der australischen Ostküste

Zuerst ging es für uns etwas nach Norden, da wir den tropischen Regenwald rund um Port Douglas sehen wollten. Im Anschluss war der Wind weit genug abgeschwächt, um die Fahrt raus zum Great Barrier Reef zu wagen.

Weiter ging es immer entlang der Küste mit Abstechern zum Paronella Park, nach Magnetic Island, die Whitsundays und Fraser Island nach Brisbane. Von dort aus führte uns der weitere Weg über die vielen kleinen Küstenorte nach Sydney – mit einem weiteren Abstecher in die Blue Mountains.

Transport

Wir waren (durch ein Upgrade) mit einem Motorhome statt dem gebuchten Camper-Van unterwegs. Bei einem Dieselpreis von 1.20$ pro Liter und einem 70l Tank (sowie einer Windschnittigkeit wie eine Berliner U-Bahn) haben wir für Tanken insgesamt 761$ (494 EUR) ausgegeben. Das entspricht einem Wert von 12 Cent pro Kilometer. Dies sind die Fahrzeug-Kosten die zusätzlich zur Miete anfallen.

Unser Wohnmobil in Australien

Unser Wohnmobil in Australien

Einige Straßen auf der Strecke sind mautpflichtig. Diese können (mit etwas Aufwand) auch umfahren werden. Die australischen Mautstrecken sind ausschließlich in den Ballungsgebieten rund um Brisbane, Melbourne und Sydney vorhanden. Auf den Umstand, dass Maut-Gebühren anfallen wird vorher mit unzähligen Straßenschildern hingewiesen.

Die Maut wird elektronisch erhoben. Es gibt keine Möglichkeit der Barzahlung. Für die Bezahlung muss eine Registrierung des Fahrzeugs auf einer Internetseite des Maut-Betreibers (diese variieren in den Ballungsgebieten) stattfinden, auf der dann eine zu belastende Kreditkarte hinterlegt wird. Die Informationen zu den Anbietern werden auf den Straßenschildern ebenfalls gezeigt.

Für Maut-Straßen haben wir insgesamt 20$ (12,50 EUR) ausgegeben (Brisbane, Sydney).

Auch das Parken in größeren Städten (Cairns, Brisbane, Sydney, Rockhampton, Byron Bay) kostet mitunter Geld. Hierfür haben wir nochmal 28$ (18,50 EUR) ausgegeben.

Für weitere Transportmittel (Fähre nach Magnetic Island und in Noosa, Taxi in Sydney, Nahverkehr in Brisbane und Sydney) haben wir nochmals 300$ berappen müssen. Die Kostentreiber sind hier ganz klar die teuren Fährverbindungen (Magnetic Island 50$, Noosa 30$).

Magnetic Island

Auf dem Weg nach Magnetic Island

Die Fakten im Überblick:

  • Tanken: 761$/ 494 EUR
  • Maut: 20$/ 12,50 EUR
  • Parken: 28$/ 18,50 EUR
  • Transport: 300$/ 195 EUR
  • Summe: 1.109$/ 720 EUR

Übernachtungen

In unseren sechs Wochen, die wir an der australischen Ostküste verbracht haben, nutzten wir am häufigsten das Angebot von Holiday Parks. Bei dem wunderbaren australischen Wetter, hatte die Ausstattung der Holiday Parks eine magnetische Wirkung auf uns: Pool, Wasserspielplatz für Paul und gelegentlich Tiere und direkten Strandzugang.

Big4 Rollingstone

Big4 Rollingstone: Direkt am Meer

Nur vier Nächte verbrachten wir auf Stellplätzen in Nationalparks, die mit deutlich günstigeren Preisen zu Buche schlagen (6$ pro Erwachsenem pro Nacht). Eine Nacht buchten wir uns in einem Bed & Breakfast ein, um auf Magnetic Island verweilen zu können.

In Summe haben wir 1.198$ (778 EUR) für Unterkünfte ausgegeben. Bei 36 Tagen unterwegs, ergibt sich ein Kostensatz von etwa 34$ (22,50 EUR) pro Nacht (zusätzlich zur Miete des Wohnmobils).

Essen & Trinken

In diesem Punkt möchte ich gern zwischen „Essen kaufen“ und „Essen gehen“ unterscheiden.

Durch die Eigenversorgung im Camper, haben wir (vermutlich) viel Geld gespart. Dennoch ist die Versorgung in Australien – eines der teuersten Länder der Welt – nicht ganz ohne.

Wir waren insgesamt 36x einkaufen. Mal kleinere Einkäufe, mit Dingen die uns fehlten und einige große „Familieneinkäufe“. Zu Buche schlagen die Einkäufe mit insgesamt 1.080$ (700 EUR). Das bedeutet bei unserer Reisezeit ein Verpflegungsaufwand von 27$ (17,50 EUR) pro Tag.

Zusätzlich kommen noch die Fälle, in denen wir essen gegangen sind. Das war in Australien noch deutlich häufiger der Fall als dann in Neuseeland. Hier sind es insgesamt nochmals 1.000$ (650 EUR), die in der Zeit dafür aufgewendet wurden. Das sind durchschnittlich 25$ pro Tag (16 EUR).

Steak in Rockhampton

Ein ordentliches Stück Fleisch

In Summe gaben wir also unglaubliche 52$ (34 EUR) pro Tag für Essen (und Kaffee) aus. Zusammen mit den Kosten für die Unterkünfte sind wir bei „Reise-Lebenserhaltungskosten“ von 86$ pro Tag (56,50 EUR).

Aktivitäten und Touren

Einige der Sehenswürdigkeiten sind nicht einfach „anzufahren“ oder kostenlos zu sehen.

Wir zahlten daher Eintritte beziehungsweise nahmen an Touren teil für:

  • Mossman George (17$)
  • Great Barrier Reef Tour mit Schnorcheln am Riff (405$)
  • Whitsundays Schnorcheltour mit BBQ am Whitehaven Beach (350$)
  • Fraser Island Off-Road Tagestour (390$)
  • Stand Up Paddle Leihgebühr (20$)
  • Sydney Aquarium Eintritt (56$)
  • Summe: 1238$/ 805 EUR
4WD-Tour durch den Regenwald auf Fraser Island

4WD-Tour durch den Regenwald auf Fraser Island

Internet

Internet ist dank der guten Netzabdeckung an der Ostküste sehr gut realisierbar. Außerdem gibt es in Australien – im Vergleich zu Neuseeland – gute und günstige Tarife für mobiles Internet. Mit unserem Optus-Paket sind wir gut zurechtgekommen. Außerdem gibt es eine Vielzahl an Camping-Plätzen, die Internet kostenfrei anbieten sowie Restaurants und Bibliotheken, die ebenfalls WLAN anbieten.

Insgesamt lag der Kostenpunkt hier bei 50$ (32,50 EUR), die wir im Rahmen des Prepaid-Tarifs genutzt haben.

Land und Leute

Die australische Ostküste hat viel zu bieten. Vor allem die Strecke von Cairns bis Brisbane ist voller Abwechslung. Ab Brisbane nimmt die Abwechslung etwas ab und wird durch Vergnüngungs- und Freizeitparks ersetzt. Nichts für uns. Dennoch kann auch diese Strecke – vor allem für Fans von Wassersport – gut genutzt werden. Solltest Du jedoch weniger zeitliches Budget haben, legen wir Dir eher den Streckenabschnitt von Cairns bis Brisbane ans Herz.

Die Menschen in Australien sind sehr aufgeschlossen. Wir kamen auf den Plätzen häufig mit einheimischen „Grey Nomands“ ins Gespräch. „Grey Nomads“ sind pensionierte Australier, die es sich zur Aufgabe gemacht haben mit Auto und Wohnwagen ihr Heimatland kennenzulernen. Häufig reisen sie für Jahre durch das Land und haben dementsprechend einiges zu berichten und viele gute Tipps.

Neben den „Grey Nomads“ treffen wir auf unserem Weg vor allem viele deutsche und französische Touristen (beziehungsweise Auswanderer).

Kinderfreundlichkeit

Immer wieder haben wir vor unserer Reise Vorurteile und Ängste gegen eine Reise mit Baby nach Australien gehört.

Das ist doch viel zu gefährlich! Mit all diesen giftigen Tieren!

Natürlich gibt es sie: Schlangen, Spinnen, Quallen, Krokodile.

Doch sie haben uns nichts getan. Vor den meisten gefährlichen Tieren wirst Du in Australien an Orten, an denen sie tatsächlich leben, gewarnt. Im Norden sind es vor allem die Flussläufe, in denen Krokodile leben und während der „Stinger-Season“, die giftigen Quallen im Meerwasser. Gegenden mit Krokodilen haben wir gemieden, im Meer waren wir nur innerhalb der „Stinger-Netze“ baden oder Schnorchel nur mit „Stinger-Suit“. Ist der Norden Australiens erst einmal verlassen, gibt es auch keine Quallen-Gefahr mehr.

Schlangen und Spinnen haben Respekt vor dem Menschen. Kommst Du ihnen nicht zu nahe, machen sie es auch nicht. Klar gibt es „Unfälle“, jedoch waren wir umsichtig und haben vor allem auf Paul ein Auge gehabt.

Wer findet die Python?

Wer findet die Python?

Die restliche australische Tierwelt mit Koalas, Kängurus und tropischen Vögeln ist für Kinder (und uns!) sehr faszinierend.

Australien bietet darüber hinaus einen hohen Standard in der Versorgung, bei Lebensmitteln und Baby-Nahrung als auch auf den Campingplätzen. Die Restaurants bieten Kindergerichte an und besitzen zumeist einen Hochstuhl. Hier lässt es sich ohne Sorgen mit Baby aushalten.

Hier haben die Kängurus auch eine nette Aussicht

Hier haben die Kängurus auch eine nette Aussicht

Die Temperaturen auf unserer Route lagen (da es gerade Sommeranfang in Australien war) zwischen 25 – 30°C bei einer durchgehend leichten Meeresbriese. In sechs Wochen kamen wir insgesamt auf drei Regentage. Perfektes Wetter, um dem grauen Herbst in Deutschland zu entfliehen. Und nebenbei bemerkt war Paul auf unserer gesamten Reise nicht krank (bis auf einen Husten, den wir aus Deutschland mitgenommen hatten). Ob das im herbstlich-winterlichen Deutschland auch so gewesen wäre?

Wie Du Dein Budget für Australien berechnen kannst

Im Wesentlichen gibt es sechs Kostentreiber: Flug, Miete des Camper-Vans, Touren/ Aktivitäten, Tanken, Übernachten und Verpflegung.

Ich habe explizit keine Preise für Flüge und Camper-Van-Miete genannt. Diese könnt ihr bei den einschlägigen Anbietern (Britz, Jucy, Kea, Maui) und auf Flug-Suchmaschinen schnell für Euren Reisezeitraum einsehen. Das sind Werte, die greifbar und schnell zu recherchieren sind.

Für die anderen Themen – die mitunter schwer abzuschätzen sind – können wir Dir folgende Metriken an die Hand geben:

  • Rechne die Anzahl an Kilometern Deiner geplanten Strecke mindestens Mal 1,5. um die tatsächliche Streckenlänge zu erhalten. Jeder dieser Kilometer wird dich 12 – 15 Cent beim Tanken kosten.
  • Mit der Anzahl der Tage, kannst Du schnell einen Betrag für Verpflegungskosten berechnen. Gehst Du wie wir gern mal essen und genießt einen guten Kaffee in der Sonne, wird der Wert für Dich passen. Kochst Du immer selbst, kannst Du ein wenig abziehen (34 EUR/ Tag bei 2 Erwachsenen und einem Baby).
  • Wir waren wie beschrieben viel in Holidayparks. Sollte das für Deine Planung der Übernachtungen passen, kannst Du unseren Wert als Grundlage verwenden. Solltest Du planen einen größeren Anteil in Nationalparks zu verweilen, ziehe auch hier ein wenig ab (22,50 EUR/ Tag bei zwei zahlenden Erwachsenen).

Ein rudimentären Budget-Rechner für Deine Australien-Reise haben wir für Dich erstellt:

Budgetrechner-Australien

Unser Fazit

Die australische Ostküste lässt sich mit Baby leichter bereisen als viele denken. In vielen Teilen fanden wir sogar, dass es noch einfacher ist, als das bei Eltern beliebte Fernziel Neuseeland (gutes, stabliles Wetter, öffentliche Spielplätze/ Wasserspielplätze selbst in kleinen Küstenorten).

Australien ist gleichzeitig jedoch ein recht teures Reiseziel. Das benötigte Budget kann jedoch – je nach Reisetyp – geringer oder höher ausfallen.

Wir werden gern noch einmal nach Australien reisen, um die spannende Westküste zu bereisen und einen Abstecher ins wirkliche Outback zu machen. Wir freuen uns schon jetzt auf dieses Abenteuer.

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Über den Autor

... ist leidenschaftlicher Fotograf und immer auf der Suche nach wundervollen Motiven. Außerdem ist er begeistert von Webtechnologien und hat zu diesem Thema mehrere Artikel in Expertenzeitschriften veröffentlicht. Fotografische Highlights der bisherigen Reisen waren für ihn Hawaii (auf Grund der Vielfältigkeit), Indien und Nepal. Folge uns auf Facebook und abonniere unseren Newsletter.

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