Ich habe erst kürzlich einen sehr guten Guide gefunden, der zeigt, welche Möglichkeiten existieren, um einen guten Campingplatz in Neuseeland zu finden. Eine der wichtigsten Säulen bei der Suche nach einem geeigneten Platz sind aus unserer Erfahrung gute Camping Apps. Sei es nun für iPhone oder Android, wir stellen Euch unsere drei Favoriten vor.

Die Camping Apps: CamperMate, WikiCamps und Camping NZ

CamperMate (Android | iOS)

CamperMate KarteCamperMate besticht durch ein schönes User Interface. Die App ist leicht bedienbar und kostenfrei. Hin und wieder werden sogar spezielle CamperMate Deals in der App gezeigt – also eine Möglichkeit für Dich etwas auf der Reise zu sparen. Ausgehend von der Neuseeland-Karte und deinen Standortinformationen (die kostenfrei auch im Ausland jederzeit zur Verfügung stehen) kannst Du leicht Deine Umgebung erkunden. Dabei hast Du über das Menü die Möglichkeit die Elemente, die eingeblendet werden sollen, zu bestimmen. Du kannst also neben Campsites (die auch in Self-Contained/ Non-Self-Contained unterteilt sind) viele andere Dinge suchen: Points of Interests, Dump Stations, Public Showers, WLANs, iSites, Tankstellen.

Ein besonderes Feature dieser App ist die „Freedom Camping Garantie“. Sollte ein Platz in CamperMate als Free-Camping-Platz definiert sein und vor Ort wirst Du doch mit einem Bußgeld belegt, erstattet Dir CamperMate diese Kosten (natürlich nur, wenn sich der Fall auch so zugetragen hat und das Bußgeld genau in diesem Zusammenhang stand).

Unbedingt notwendig ist auch die Funktion, dass die Kartendaten offline verfügbar gemacht werden können. Dies kann entweder für alle Kartendaten gemacht werden, oder auch nur für einzelne Regionen (falls Deine Reisemusik und die ganzen Fotos den größten Teil Deines Speichers blockieren).

Solltest Du auch in Australien unterwegs sein bietet sich CamperMate noch mehr an: In der gleichen App kannst Du auch die Informationen und Kartendaten von Australien einsehen.

WikiCamps (Android | iOS)

WikiCamps Karte

Eine weitere sehr gute App ist WikiCamps. Diese ist ebenfalls kostenlos und ist wohl die App mit den meisten Bewertungen und Eintragungen. Die Karteninformationen können Gebietsweise auch offline verfügbar gemacht werden. Wir haben diese App auf Grund der Offline-Karten als auch der Angabe wie viele Kilometer (Luftlinie) ein Ziel von uns entfernt ist, stellenweise auch für die Navigation „missbraucht“.

Auch hier kannst Du unzählige Informationen neben dem Kerngeschäft „Campingsplätze“ einblenden lassen.

Ein wirklicher Vorteil gegenüber anderen Apps ist aus unserer Sicht die Favoriten-Liste. Hier ist es Dir möglich bei der Platzsuche Favoriten zu speichern, um diese in die engere Auswahl zu nehmen.

Einige Informationen zu den Plätzen waren hier nicht auf dem aktuellsten Stand (beispielsweise in Gegenden in denen kürzlich freie Plätze dicht gemacht wurden oder nur noch für Self-Contained Fahrzeuge erlaubt waren). Dennoch eine gute App.

Auch diese App hat einen Ableger für Australien. Hier musst Du jedoch eine extra App herunterladen: WikiCamps Australia (Android | iOS).

Hinweis: Für iPhone kostet diese App 4,99 EUR – bei Android scheint sie auf den ersten Blick kostenfrei zu sein, jedoch werden dort dann „In App“-Käufe notwendig. Nach 21 Tagen läuft nämlich die Testphase für die App aus, sodass ihr diese für 5,64 EUR erwerben müsst (sofern ihr länger unterwegs seid).

Camping NZ (Android | iOS)

Camping NZ KarteDabei handelt es sich um die offizielle Camping New Zealand App. Auch hier können die Inhalte offline verfügbar gemacht werden und neben den eigentlichen Plätzen auch iSites und DOC Visitor Centers eingeblendet werden. Jedoch bietet die App in Summe weniger Informationen außerhalb dieses Kernbereichs.

Die App ist interessant, da sie von offizieller Stelle kommt und damit einhergehend bewirbt, dass alle dort verzeichneten Plätze auch tatsächlich verifiziert und legal sind. Bei den anderen beiden Mitstreitern kann dies durch die Grundlage des „User Based Content“ nicht immer gewährleistet werden – auch wenn CamperMate in einem solche Falle entschädigen würde.

Dennoch ist in dieser App weniger Inhalt zu finden und auch weniger Nutzerkommentare als in den beiden anderen Apps.

So haben wir die Suche nach dem perfekten Platz mit Camping Apps gestaltet

In der Regel haben wir recht spontan entschieden wo wir bleiben. Jedoch zumeist auf Grundlage einer Auswahl an Plätzen, die wir am Vorabend oder während der Fahrt für unsere Zielregion zusammengestellt hatten. Das hat vor allem Eva gemacht, da sie ein unermüdliches Händchen für das Lesen von Kommentaren und das Abwiegen vor Vor- und Nachteilen hat.

Wir haben die Kartendaten in allen drei Apps offline verfügbar gemacht – und zwar vor der Reise mit gutem Internet. Das empfehlen wir auch Dir dringend. Denn: Das Internet in Neuseeland – vor allem in öffentlichen WLANs in Bibliotheken – ist häufig sehr langsam. Da die Datenmengen für Karten und Informationen recht hoch sind, solltest Du lieber vorbereitet in Neuseeland ankommen.

Worauf haben wir geachtet?

Die wichtigsten Entscheidungskriterien nach denen wir in den Informationen in den Apps geschaut haben, waren für uns:

  • Ist der Stellplatz nur für Self-Contained Vehicle in Ordnung, oder können wir mit unserem Van dort auch legal stehen?
  • Brauchen wir einen Platz mit Annehmlichkeiten (Dusche & Camp Kitchen), oder wollen wir lieber Natur? Wir haben in der Regel alle drei Tage einen „richtigen“ Platz angefahren, hin und wieder auch seltener. Wir haben dann in der Zwischenzeit Public Showers besucht. Diese haben wir ebenfalls über die Apps ausfindig gemacht.
  • Haben wir eine Empfehlung für dieses Gebiet von anderen Reisenden oder Einheimischen bekommen? Dann haben wir uns auch darauf verlassen.
  • Wie sehen die Bewertungen in den Apps aus? Diese haben wir gelesen, jedoch auch bewusst ganz schlechte Bewertungen „herausgefiltert“, vor allem wenn es Einzelmeinungen waren. Mit den Kommentaren kann man Stunden zubringen, sollte sich jedoch nur auf den Grundton (und negative Punkte, die immer wieder von verschiedenen Campern angebracht werden) fixieren. Im Zweifel steht man nur eine Nacht auf dem Platz und zieht dann weiter. Es ist eben auch keine Entscheidung fürs Leben.
  • In der Hochsaison (und vor allem um Weihnachten herum): Hat der Stellplatz eine maximale Standdauer? Das erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass dort Plätze frei sind. Andere Plätze ohne diese Begrenzung werden in diesem Zeitraum auch gern mit Dauercampern voll besetzt.
  • Wurde von aggressiven Sandflies geschrieben? Dann haben wir auch geschaut, ob es gegebenenfalls noch eine Alternative gibt. In Regionen wie Fiordland gibt es jedoch keine Plätze ohne Sandflies – da war dieser Punkt dann eher nebensächlich.
  • Vor Ort haben wir dann vor allem die Stellplätze an sich betrachtet: Gibt es genügend Platz? Ist uns der Platz zu voll? Auf den Nicht-Holidaypark-Plätzen ist aber auch das meistens zweitrangig.

Was uns in Neuseeland nicht wichtig war:

  • WLAN/ mobiles Internet: Haben wir schlichtweg nicht benötigt oder nicht gewollt. Wir haben hin und wieder Hotspots angefahren – vor allem in Bibliotheken – und dort unsere Texte und Bilder hochgeladen. Das war für uns völlig ausreichend.
  • Direkte Meerlage/ Pool: In Australien noch wichtig für uns (jedoch auch bei anderen Temperaturen), war das in Neuseeland kein Kriterium mehr.
  • Strom: Wir haben unsere Handys während der Fahrt mit dem 12V Stecker am Zigarettenanzünder geladen. Dadurch benötigten wir ausschließlich für den Laptop und meine Kamera Strom. Den Laptop haben wir auch mal in einem Café geladen (vorher immer fragen!), für die Kamera habe ich zwei Akkus und kann daher mehr als eine Woche überbrücken – selbst bei einer hohen Schlagzahl an Fotos.
White Horse Hill Stellplätze für die Camper-Vans

White Horse Hill Stellplätze für die Camper-Vans

Fazit: Die Mischung macht es

Wir persönlich würden CamperMate zum Gewinner küren. Überlegen gegenüber WikiCamps, da es kostenfrei ist, gegenüber Camping New Zealand, weil einfach viel mehr Informationen vorhanden sind.

In der Praxis haben wir jedoch alle drei Apps mit ihren Vor- und Nachteilen für uns genutzt. Wir denken auch, dass sich eine Investition in WikiCamps lohnt, wenn Du lange in Neuseeland oder Australien reist. Bist Du nur auf einem zweiwöchigen Abstecher in das Land der Kiwis gekommen, würde ich Dir einfach CamperMate ans Herz legen.

Wie siehst Du das? Hast Du einen Favoriten? Was war für Dich entscheidend bei der Platzwahl?

 

Teile diesen Artikel!

Über den Autor

… ist leidenschaftlicher Fotograf und immer auf der Suche nach wundervollen Motiven. Außerdem ist er begeistert von Webtechnologien und hat zu diesem Thema mehrere Artikel in Expertenzeitschriften veröffentlicht. Fotografische Highlights der bisherigen Reisen waren für ihn Hawaii (auf Grund der Vielfältigkeit), Indien und Nepal. Folge uns auf Facebook und abonniere unseren Newsletter.

2 Kommentare

  1. Danke für das Lob!

    Und Kompliment für das schöne Foto vom White Horse Hill Campingplatz – ist ja wirklich witzig, dass in unserem Beitrag auch so eines ist 🙂

    LG
    Jenny

    • Habe geschwankt zwischen White Horse Hill und Cascade Creek – wobei es tatsächlich zu viele richtig schöne Stellen in Neuseeland gab 🙂

      Liebe Grüße
      David

Hinterlasse eine Antwort