Wir haben uns schweren Herzens von Wellington und damit auch von der neuseeländischen Nordinsel verabschiedet. Wir haben hier bewusst nicht „alles“ versucht in den Reiseverlauf zu pressen und lassen somit Luft für eine Rückkehr an diesen magischen Ort. Der Abschied von der Nordinsel hat jedoch auch etwas Gutes: wir befinden und auf der Fähre nach Picton, unserer Anlaufstelle für den Start auf der Südinsel.
Die Südinsel, so wird es uns immer wieder von anderen Reisenden, Freunden und Internetseiten erzählt, ist die Schönere der beiden Inseln. Landschaftlich beeindruckend, rauer und wechselhaftes Wetter. Wir können nach dem, was uns auf der Nordinsel umgehauen hat (riesige Sanddünen, heiße Quellen und Geysire, Tongariro), gar nicht so richtig einordnen wie es dann erst auf der Südinsel werden soll. Doch das wird sich dann schon zeigen.

Die Fährfahrt führt uns vorbei an der Küste der Nordinsel und zeigt uns nochmal die liebgewonnene „Kleinstadt“ Wellington aus einer neuen Perspektive. Danach wird die Fahrt rauer und das Schiff schwankt recht ordentlich. Nach einigem Hin- und Hergeschwanke, einem mittelmäßigen Kantinen-Essen als Zeitvertreib und etwas Spielplatzzeit (nachdem Paul ausgeschlafen hat) erreichen wir die Marlborough Sounds – die ersten Fjorde auf unserer Reise. Hier wird die Fahrt mit dem Schiff wieder deutlich ruhiger und die Sonne lädt dazu ein an Deck die Fahrt durch die von Bergen gesäumten Wasserstraßen zu genießen.

Auf zur Südinsel

Auf zur Südinsel

Erste Eindrücke

Erste Eindrücke

In Picton angekommen bestreiten wir unseren Weg entlang des malerischen Queen Charlotte Drive, um auf den Spuren der Weltwunderer zu reisen.

Die Ausblicke entlang des Queen Victoria Drives sind fantastisch - die Strecke steil und kurvig

Die Ausblicke entlang des Queen Charlotte Drives sind fantastisch – die Strecke steil und kurvig

Denn wir haben im Vorfeld von einem sehr netten Farm-Stay gelesen und waren sofort überzeugt davon, dass wir hier mit Paul hinmöchten. Auf der Smith Farm gibt es zur Begrüßung frische, selbstgebackene, warme Muffins, eine geheimnisvolle Karte, die uns am Abend zu einem Wasserfall und Glühwürmchen führen soll und nebenbei noch einen schönen Stellplatz, mit allem was benötigt wird. Die Farm liegt an einem schönen Stück Erde und bietet für die Kinder Schafe, Ziegen, Hasen, ein übergewichtiges Schwein und allerhand Kühe. Auch Paul hat hier seinen Spaß und erkundet (gemeinsam mit uns) die Farm. Am Abend suchen (und finden) wir die Glühwürmchen mit Hilfe der Karte und begehen dabei die Koppeln von Schafen und Kühen als auch schön angelegte Wege im düsteren Wald entlang eines kleinen Baches.

Paul entdeckt Schafe

Paul entdeckt Schafe

Die Farm

Die Farm

Die Farm bei Nacht - der Sternenhimmel war unglaublich schön

Die Farm bei Nacht – der Sternenhimmel war unglaublich schön

Und Hasen gibt es hier auch

Und Hasen gibt es hier auch

Am nächsten Tag verabschieden wir uns von allen Tieren und machen einen Abstecher nach Blenheim. Hier besuchen wir eine Freundin, die dort lebt und sich den Tag frei geräumt hat, um uns Ihre Heimat zu zeigen. Wir sehen uns das kleine Städtchen Blenheim (wir wissen jetzt, dass es nicht „Blenn-Heiim“ heißt sondern „Blennem“), erkunden die Weingebiete um die Stadt und fahren auf Grund des wahnsinnig guten Wetters zur White’s Bay.

White's Bay

White’s Bay

White's Bay - nach einer kleinen Kletterrunde

White’s Bay – nach einer kleinen Kletterrunde

Das trifft sich für uns gut, da wir ohnehin von diesem schönen DOC Platz gelesen hatten. Hier lassen wir den Abend beim BBQ ausklingen und haben einen fantastischen Logenplatz (Klappstuhl vor dem Camper während Paul drinnen schläft) für die Spätvorstellung „Neuseeländischer Abendhimmel“. Wir können hier die Milchstraße mit bloßem Auge erkennen und ich kann meinen Wunsch dies zu fotografieren erfüllen. Wir fühlen uns auf Grund der wahrgenommenen Weite (Unendlichkeit?) so unglaublich klein und sind fasziniert von den unzähligen Sternen (und -schnuppen) die am Himmel zu sehen sind.

Die Milchstraße!

Die Milchstraße!

Unser weiterer Weg führt uns immer entlang der beeindruckenden Landschaften Marlboroughs nach Nelson. Hier schlagen wir unser Lager auf um die Stadt ein wenig zu erkunden und das etwas schlechtere Wetter zu überbrücken. In Nelson füllen wir unsere Vorräte auf, Besuchen den Wochenmarkt und schmieden die Pläne für den anstehenden Besuch im Abel Tasman Nationalpark.

Eine weitere Nacht verbringen wir im McKee Memorial Reserve (und das nennen wir mal „absolute beach front“ für nur 6$ pro Person), bevor wir als Ausgangspunkt für Abel Tasman bei The Barn in Marahau unterkommen.

"Beach Front" am McKee Memorial Reserve

„Beach Front“ am McKee Memorial Reserve

Wir haben geplant das erste mal einen Teil eines Great Walks zu laufen (der Coastal Track geht eigentlich 3-5 Tage durch den Nationalpark).

Auf geht's!

Auf geht’s!

Wir laufen eine Tagesetappe, die etwa 13km lang ist. Dazu nutzen wir ein gebuchtes Aqua-Taxi, dass uns auf dem Weg den Split Apple Rock und Seelöwen zeigt und uns zu unserem Startpunkt bringt.

Split Apple Rock

Split Apple Rock

Fur Seals

Fur Seals

Paul hat Spaß auf dem Boot

Paul hat Spaß auf dem Boot

Das Wasser-Taxi setzt uns im Paradies ab

Das Wasser-Taxi setzt uns im Paradies ab

Die 13km Wanderweg führen uns dann entlang schöner Buchten mit opalfarbendem Wasser zurück zum Ausgangspunkt. Es eignet sich vor allem dieses Stück des Great Walk für eine Tagestour, da es nicht von den starken Gezeiten abhängig ist. Die Gezeiten machen hier täglich einen Unterschied von 5,5 – 6 Metern aus, sodass Teile des Weges nur bei Ebbe begangen werden können. Einen mehrtägigen Track mit Kind und Kraxe haben wir ohnehin ausgeschlossen. Nicht unbedingt wegen „Kind und Kraxe“, sondern eher weil wir keine Ausrüstung für das Übernachten in Hütten dabei haben.

Paul wandert fleißig mit, nimmt ein kleines Schläfchen in der Kraxe, picknickt mit uns am Strand, jagt einen Albatros und läuft wieder ein Stück. Nach einem schönen Walk und etwas mehr als fünf Stunden kommen wir im Camp an und erholen uns bei gutem Essen und einer Dusche. Hier bei The Barn haben sogar die Duschen einen Ausblick auf die unglaublich schöne Umgebung.

Paul wandert wie ein Großer auf dem Great Walk

Paul wandert wie ein Großer auf dem Great Walk

Albatros

Dicke Möwe, wir dachten lange es wäre ein „Albatros“

Paradies

Paradies

Ausblicke auf das Meer und kleine Seen

Ausblicke auf das Meer und kleine Seen

Wir verbringen bei The Barn zwei Nächte und genießen diesen schönen Platz, die Lage und Ausstattung und brechen dann auf, um weiter nördlich den Farewell Spit anzusehen.

Unser Weg führt uns dabei nach Takaka. Interessant dabei ist weniger die Stadt als der Weg dorthin, da sich die Straße über die Berge windet und dabei einige schöne Ausblicke abfallen.

Wahnsinnsblicke bis ans Meer auf der Strecke nach Takaka

Wahnsinnsblicke bis ans Meer auf der Strecke nach Takaka

Wir schauen uns den Farewell-Spit (ein über 30km langer Sandarm, der in das Meer reicht, auf dem unendlich viele Vögel leben und nur die ersten vier Kilometer für Touristen freigegeben ist) an, besuchen den Wharariki Beach (es ist jedoch so ein Sandsturm dort, dass ein langer Verbleib undenkbar war) und fahren auf dem Rückweg noch zu der Quelle Te Waikoropupu (kurz: Pupu Springs).

Farewell Spit

Farewell Spit

Der Wanderweg zum Wharariki Beach

Der Wanderweg zum Wharariki Beach

Die Strecke zum Farewell Spit allein ist schon sehenswert

Die Strecke zum Farewell Spit allein ist schon sehenswert

Eigentlich sollten Farewell-Spit und Wharariki Beach unsere Highlights sein, doch die Quelle, die das klare, kalte Wasser aus dem Boden pumpt, fasziniert uns am meisten. „Klar“ ist hier schon fast untertrieben, da diese Quelle zu den reinsten Gewässern der Welt zählt. Außerdem haben wir bei diesem 20 Minuten Walk gelernt, dass reines Wasser stehts blau/ violett ist, während die Farbe bei organischem Kontakt immer grünlicher wird. Ein schöner Walk mit einem eindrucksvollen Finale, bei dem wir unserem aufkommenden Drang in Wasser zu springen (oder auch nur zu fassen) nicht nachgehen können. Das ist hier verboten (und angesichts der kühlen Wassertemperatur dann auch nicht sooo schlimm). Die Wassertemperatur beträgt hier nur laue 11°C.

Die Quelle wirkt fast unecht mit dem klaren Wasser und den gesättigten Farben

Die Quelle wirkt fast unecht mit dem klaren Wasser und den gesättigten Farben

Wir übernachten in Takaka, einem kleinen Hippie-Städtchen, dass uns ganz gut gefällt. Kein Platz für eine Woche, aber für einen Bummel durch die Stadt, einen Einkauf und zum Übernachten sehr schön.

Hinter uns liegt wieder ein Abschnitt unserer Reise, der so viele Facetten dieses Landes beinhaltete und uns immer wieder überraschte. Wir sind schon gespannt was uns als nächstes an der Westcoast erwartet.

Teile diesen Artikel!

Über den Autor

... ist leidenschaftlicher Fotograf und immer auf der Suche nach wundervollen Motiven. Außerdem ist er begeistert von Webtechnologien und hat zu diesem Thema mehrere Artikel in Expertenzeitschriften veröffentlicht. Fotografische Highlights der bisherigen Reisen waren für ihn Hawaii (auf Grund der Vielfältigkeit), Indien und Nepal. Folge uns auf Facebook und abonniere unseren Newsletter.

Hinterlasse eine Antwort