Unser Weg zum Ende der Welt führte uns durch weite Teile Australiens mit unserer letzten Station in Sydney. Das Ende der Welt ist für uns Neuseeland. Der direkte Luft-Weg an diesen Ort aus unserer Heimat in Deutschland beträgt etwa 16.000km. Viel weiter zum „Ende der Welt“ kann es fast nicht sein. Jetzt sind wir hier, in einem Land, das schon seit längerer Zeit auf unserer Reise-Wunsch-Liste stand.

Die Einreise

Unser Start in Neuseeland gestaltet sich ähnlich bürokratisch wie in jedem anderen Land der Welt. Zuerst steht die offizielle Einreise mit dem ätzenden Teil (das Warten) und dem glamourösen Teil (den Stempel im Reisepass bekommen) an. Das gestaltet sich in Auckland sehr kurzweilig und wir sind in weniger als 10 Minuten auch ganz offiziell in Neuseeland.

Danach wartet jedoch direkt die nächste Hürde auf uns: Die Bio-Security-Kontrolle. Auf den Einreisedokumenten muss angegeben werden, ob Früchte, Pflanzen, Tiere oder andere Dinge, die die natürliche Umgebung Neuseelands gefährden könnten, mitgeführt werden. Darunter zählen auch Outdoor- und Sportsachen, die in anderen Ländern kürzlich genutzt wurden. So also auch unsere Wander-Schuhe und Laufschuhe, die wir in Australien verwendet haben.

Wir kommen so also in den Genuss einer Gepäckkontrolle (aber immerhin besser, als die 400$ Strafe, für eine Falsch-Angabe zu berappen). Dies zieht sich dann doch ein wenig hin, bevor wir unser Gepäck „freigezeichnet“ bekommen und den Flughafen verlassen können. Im Anschluss geht es direkt zu Mighty, um unseren nächsten Camper-Van entgegen zu nehmen.

Diesmal erwartet uns tatsächlich ein Mighty Double Down. Der Camper, den wir gebucht hatten. Kein Upgrade wie in Australien. Wir beziehen unseren Camper – der uns schon jetzt viel mehr ans Herz gewachsen ist, als das Schiff in Australien (dazu später mehr) – und verbringen die erste Nacht in der Nähe von Auckland. Wir beschließen jedoch auch, dass wir unser Reise in Neuseeland nicht mit Auckland (einer weiteren „Großstadt“), sondern mit Natur beginnen werden. Wir brechen nach Northland auf, in dem Wissen, dass wir auf unserem Weg zum „Rest der Nordinsel“ eh noch einmal an der größten Stadt Neuseelands vorbei müssen.

Sonnenuntergang in Neuseeland

Sonnenuntergang in Neuseeland

Northland

Nachdem Paul ausgeschlafen hat (durch die zusätzliche Zeitverschiebung deutlich später als gedacht), frühstücken wir und brechen auf. Da wir südlich von Auckland übernachtet haben, passieren wir auf dem Highway 1 die Stadt Auckland und befahren schon die erste Sehenswürdigkeit der Stadt: Die Harbour Bridge.

Schon kurze Zeit nach der Stadtgrenze verändert sich das Bild Neuseelands. Grüne Hügel schieben sich in den Vordergrund und immer weniger Häuser sind zu sehen. Wir fahren nicht einfach den Highway entlang, sondern folgen auch Scenic Drives, die uns immer wieder an die Küste führen und mehr Abwechslung bieten. Nebenbei umschiffen wir so die Maut-Stellen, die es auf dem Highway 1 gibt.

Überall entlang des Weges gibt es etwas zu staunen

Überall entlang des Weges gibt es etwas zu staunen

Im Dome Valley legen wir eine Autofahr-Pause ein, um einen Wanderweg zum Aussichtspunkt über das Tal abzulaufen. Paul wird selbst aktiv und wandert ein ganzes Stück – trotz großer Stufen und groben Wegen – an unserer Hand mit. Er ist mächtig stolz und alsbald erschöpft. Dennoch schafft er es den Blick vom Aussichtspunkt mit uns zu genießen und danach im Café am Fuße des Wanderwegs mit uns zu essen.

Danach nutzen wir Pauls „Nachmittagsschläfchen“, um noch ein Stück weiter Richtung Norden zu fahren. Wir nutzen unsere Camping-Apps, um den perfekten Platz für unseren Abend zu finden. Der erste große Unterschied zu Australien wird hier sichtbar: Es ist in Neuseeland tatsächlich sehr einfach, eine legale und kostenlose Bleibe für sich und seinen Campervan zu finden.

Wir finden eine solche Bleibe für uns und nächtigen direkt an einem kleinen See in einem Scenic Reserve am Waro Lake. Auf diesen kostenlosen Plätzen dürfen wir natürlich auch nicht viel erwarten. Es gibt dort zumeist eine Toilette (Plumpsklo) und sonst nur ein paar Picknick-Bänke. Dafür sind es in Neuseeland meist auch die Plätze, die an den schönsten Orten liegen. Wir genießen hier den Sonnenuntergang (neben nur zwei weiteren Fahrzeugen hier) und betrachten den aufsteigenden Vollmond.

Waro-Lake früh im Nebel

Waro-Lake früh im Nebel

Wir lassen auf unserem Weg in den Norden die Bay of Islands links liegen (wobei das geografisch nicht richtig ist), da wir diese auf dem Rückweg besuchen wollen. Vielleicht eine dumme Idee, da wir das wettertechnisch bereuen werden. Aber dennoch erreichen wir den 90-Mile-Beach (der eigentlich „nur“ etwa 90 Kilometer lang ist) am Nord-Zipfel Neuseelands und kurz darauf auf Cape Reinga (der beinahe nördlichste Punkt Neuseelands).

Der 90-Mile-Beach dient nicht nur als Strand, sondern auch als Straße

Der 90-Mile-Beach dient nicht nur als Strand, sondern auch als Straße

Dort befindet sich ein kleiner, niedlicher Leuchtturm, den wir nach einer kurzen Wanderung erreichen. Der Leuchtturm wird jedoch zur Nebensache, denn die wirklich beeindruckende Sache aus unserer Sicht, ist das Aufeinandertreffen des Pazifiks mit der Tasmanischen See direkt vor der Küste. Hier entstehen riesige Verwirbelungen im Wasser, deren Kräfte aus unserer Entfernung kaum erahnt werden können.

Wirbel

Wirbel

Wir erleben das Cape Reinga in einem sehr nebligen Umfeld, das die ganze Szenerie noch viel mystischer wirken lässt.

Cape Reinga gibt Ideen für weitere Routenverläufe

Cape Reinga gibt Ideen für weitere Routenverläufe

Anschließend treten wir unsere Rückfahrt in Richtung Süden an. Es muss dazu glücklicherweise nicht der gleiche Weg nach Auckland genommen werden: an vielen Stellen gibt es die Wahl zwischen dem Highway 1 und alternativen Routen, sodass wir nicht viel der Strecke zweifach sehen.

Auf unserem Weg halten wir schon nach wenigen Kilometern wieder an. Es ragen Sanddünen weit über die grünen Hügel, die sonst das Landschaftsbild bestimmen, hinaus. Sanddünen. die mehr als 150 Meter hoch sind. Wir haben von diesen Sanddünen bereits vorab gehört und gelesen und wissen, dass wir hier in Te Paki mit einem Sandboard unter unserem Bauch diese „Berge“ hinabsausen wollen. Gesagt (oder gedacht), getan! Sandbords kann man praktischer Weise (vor allem für den Typen, der die Dinger dort verleiht) direkt vor Ort leihen und loslegen.

Te Paki Sanddünen - bis zu 150m hoch

Te Paki Sanddünen – bis zu 150m hoch

Das Ganze macht Spaß (und fordert beim ersten Mal echt ein wenig Mut!) und bietet eine Sandgarantie – in jeder Ecke der Kleidung. Wir wechseln uns ab (da das Hochklettern auf die Riesendünen extrem anstrengend ist) und Paul spielt am Fuße der Dünen mit uns im Sand. Am Ende fährt auch Paul einen kleinen Hügel mit uns zusammen runter – und er findet das extrem witzig.

Nach einem gelungenen Abenteuer, suchen wir unseren nächsten Campingplatz auf. Diesmal direkt am Meer (Rewara Beach).

Auf unserer weiteren Rückfahrt in Richtung Auckland machen wir auch Halt in Paihia an der Bay of Islands. Der Name sagt es schon: Es handelt sich dabei um eine Bucht, in der hunderte kleine Inseln liegen. Leider sehen wir davon nicht so viel, da sich das Wetter zum ersten Mal auf unserer Reise gegen uns gerichtet hat. Wir gehen essen und warten, dass es etwas aufklart (das war die Aussage im Visitor Centre), da wir eigentlich einen Flug über die Bay of Islands antreten wollen. Leider klappt das nicht und wir sagen den Flug ab. Eine Weise Entscheidung, denn es beginnt zu regnen und die Sicht wird immer schlechter.

Bay of Islands

Bay of Islands

Wir begnügen uns damit die Fähre nach Russel zu nehmen und dort etwas durch die Läden und Straßen zu ziehen und kehren auf gleichem Wege nach Paihia zurück.

Unsere Nacht verbringen wir in der Nähe von Whangarei auf einem Platz direkt am Meer.

Unterkunft direkt am Meer

Unterkunft direkt am Meer

Zurück in Auckland

In Auckland entscheiden wir uns (zwischen Not und Elend, da es in der Nähe von Auckland keine wirklich schönen und gleichzeitig ruhigen Plätze gibt) für einen Holiday Park in Takapuna Beach in der Nähe von Devonport. Gelegen sind diese beiden Stadtteile gegenüber des Stadtzentrums, verbunden durch die Harbour Bridge oder über eine Fähre.

Aucklands Skyline vom Hafen aus

Aucklands Skyline vom Hafen aus

Wir wählen den Weg mit der Fähre in die Stadt und fahren (wieder einmal) im strömenden Regen auf die Skyline von Auckland zu. Danach klart es jedoch schnell auf und wir können die Stadt zu Fuß erkunden. Dabei gefällt uns vor allem der Hafen sehr gut.

Ein zweites Highlight in Auckland sind für uns die unzähligen (heute mit Gras bewachsenen) Vulkan-Hügel. die in der Stadt liegen und die Stadt umgeben. Einen davon „erklimmen“ wir auch: den Mount Eden (alternativ kann auch ein Parkplatz unweit vom Gipfel mit dem Auto angesteuert werden). Von dort werden wir mit einer Panorama-Sicht über Auckland, die Harbour Bridge und weitere Vulkan-Hügel belohnt.

Auckland Skyline vom Mount Eden - zum Vergrößern klicken

Auckland Skyline vom Mount Eden – zum Vergrößern klicken

Danach haben wir erst einmal genügend Stadt „getankt“ und verlassen Auckland in Richtung Süden. Auf uns warten nun Thermal-Gebiete, Vulkane, Berge und grüne Hobbit-Hügel. Auf geht’s!

Teile diesen Artikel!

Über den Autor

... ist leidenschaftlicher Fotograf und immer auf der Suche nach wundervollen Motiven. Außerdem ist er begeistert von Webtechnologien und hat zu diesem Thema mehrere Artikel in Expertenzeitschriften veröffentlicht. Fotografische Highlights der bisherigen Reisen waren für ihn Hawaii (auf Grund der Vielfältigkeit), Indien und Nepal. Folge uns auf Facebook und abonniere unseren Newsletter.

2 Kommentare

    • Ja, den gibt es noch. Und er ist wohl auch die beste Variante, um in Auckland zu stehen, aber eben auch nicht der schönste Camp-Ground bisher 😉

Hinterlasse eine Antwort