Rom sollte die erste wirklich große Stadt auf unserer Reiseroute werden. Nach den Wochen am Gardasee, an der Adria und in San Marino kam uns eine Stadt auch langsam wieder gelegen. Das hektische Treiben, die Restaurants, die Historie und die Sehenswürdigkeiten hatten im Falle von Rom schon länger einen Platz auf unserer Reisewunschliste. Dennoch: wir wollten Rom dosieren und nicht bei unserem ersten Besuch alles sehen, sondern eine Idee, einen groben Eindruck von der Stadt bekommen.

Blick von der Terrazza del Pincio auf Rom

Daher haben wir für Rom zwei volle Tage geplant und für den Tag danach eine Fähre von Civitavecchia in der Nähe von Rom nach Sardinien (Olbia) gebucht. Für die zwei Tage hatten wir einen groben Plan: Tag eins sollte die wesentlichen Rom-Klassiker (Kolosseum, Trevi Brunnen, Spanische Treppe) beinhalten und Tag zwei sollte ein Abstecher in die Vatikanstadt werden. Beide Tage sollten jedoch auch etwas für die Kleinen bieten und keine rein gehetzten Stadttouren werden.

Wir entschlossen uns die Stadt per Fuß und Nahverkehr (U-Bahn) zu erkunden und den Kinderwagen mitzunehmen. Außerdem wussten wir, dass wir bei diesem Besuch in keines der Museen gehen würden geschweige denn in das Kolosseum oder den Petersdom. Das muss bis zum nächsten Besuch warten.

Wir bezogen also unser Rom-Camp direkt am Fluss Tiber (Tiber Camping), das eine Anbindung an die Metro über die Station Prima Porta bietet. Von dort aus geht es mit der Bahn in knapp 20 Minuten strategisch vorteilhaft zur Metrostation Flaminio. Von dort aus wurden uns von einheimischen zwei Routen für unsere zwei Tage in der italienischen Hauptstadt vorgeschlagen. Wir waren dafür sehr dankbar und hielten uns dann im Wesentlichen an die Hinweise, fügten schließlich aber noch die Ziele speziell für die Kinder ein.

Tag 1: Die Rom-Klassiker und „Explora“ das Experimente Museum für Kinder

Tag 1 in Rom mit Kind in der Übersicht

Unser Tag beginnt mit einem sonnigen Frühstück vor unserem Wohnwagen. Wir müssen uns stärken bevor wir unseren Weg in die Metropole beginnen.

Vom Tiber Camping aus bringt uns ein kleiner Shuttle zur Station Prima Porta, von wo aus wir – mit einem 48 Stunden Ticket für die römischen Nahverkehr ausgestattet – in kurzer Zeit bis zur zentral gelegenen Station Flaminio gelangen. Dort starten wir unsere Tour zu Fuß am Piazza Del Popolo.

Zugang zum Piazza Del Popolo

Allein der Zugang und die Ausgestaltung dieses Platzes, der nicht in dem engeren Kreis der Rom-Sehenswürdigkeiten zu finden ist, offenbart wie imposant und voller Geschichte diese Stadt und deren Bauwerke ist. Unser Weg führt uns von dort durch schöne Straßenzüge, bis wir den Trevi-Brunnen erreichen.

Hübsche Straßenzüge in Rom

Etwas verwundert schauen wir auf das gefüllte Becken, das jedoch in diesem Moment kein Brunnen ist. Denn es fließt kein Wasser. Doch die Menschenmenge – etwas schockierend nach den letzten Wochen – weist durch die alleinige Anwesenheit darauf hin, dass hier gleich etwas zu erwarten ist.

Und so war es auch: nach nur wenigen Minuten öffnen Sicherheitsbeamte die provisorischen Zäune, die die Menge noch vom eigentlichen Brunnenrand fern hielten und der Brunnen begann Wasser zu spritzen.

Der Trevi-Brunnen und seine Menschenmenge

Paul beim Geldwurf

Auch dieses Bauwerk – eigentlich ja nur ein Brunnen – ist mit der typisch römischen Imposanz gebaut. Die Größe und die feine Handwerkskunst beeindrucken während Paul die obligatorischen Münzen in den Brunnen wirft und das zukünftige Glück besiegelt.

Mit einem Eis auf der Hand geht es weiter, durch enge Gassen und vorbei an allerlei Ausgrabungen. Die Strecke führt uns weiter zum Kolosseum, das derzeit leider von einer Großbaustelle umgeben ist. Das verhindert im ersten Moment die Ausmaße und die Imposanz dieses Gebäudes voll aufzunehmen. Doch umso mehr Zeit wir uns nehmen, um das Gebäude zu umlaufen und die umliegenden Straßen zu durchqueren, desto mehr ansehnliche Ausblicke können wir finden und das Bauwerk beginnt zusehends auf uns zu wirken.

Nahaufnahme

Das Kolosseum

Die Ausgrabungsstätten auf dem Weg zum Kolosseum

Nach dem Kolosseum legen wir eine Mittagspause ein und stellen schnell fest, dass die Preise in Rom etwas höher ausfallen als in den bisherigen Gebieten in Italien.

Am Kolosseum zurück nach dem Essen entscheiden wir uns die U-Bahn zu nehmen und den Weg zur spanischen Treppe etwas abzukürzen. Kurz darauf stehen wir am Fuße der spanischen Treppe, besorgen uns etwas frisches Obst für einen Nachmittagssnack und machen hier kurz Pause.

Spanische Treppe

Unser Tipp für eine Reise mit Kindern/ Babies: Experimente Museum „Explora“

Am späteren Nachmittag gehen wir zum Experimentier Museum „Explora“, das ganz in der Nähe der Metrostation Flaminio ist, sich also auch bestens für unseren Rückweg anbot.

Das Explora lässt Kinder ab dem Babyalter bis hin zu den kleineren Schulkindern unsere Welt durch verschiedene Experimente und Mitmach-Spiele entdecken. Physikalische Gesetze, Fahrzeuge, das Spielen mit Wasser und Licht und die Erzeugung, Ernte und der Verkauf unserer Lebensmittel sind nur einige der Dinge, die Paul und Jonah an diesem Tag entdecken können.

Das Explora ist aus unserer Sicht für einen Besuch in Rom mit Kindern ein absoluter Geheimtipp und sehr lohnenswert. Unsere Beiden waren jedenfalls restlos begeistert und nicht so sehr angetan, als es nach fast zwei Stunden Richtung Ausgang ging.

Lichterspiele

Physikalische Gesetzte kennenlernen

Tag 2: Spielzeugladen, Vatikan und Terrazza del Pincio

Tag 2 in Rom mit Kind in der Übersicht

Den zweiten Tag in Rom starten wir mit einem kurzen Ausflug zu einem Spielzeugladen, dem „Città Del Sole“. Wir haben viel Gutes über den Laden gelesen und wollen genauer verstehen warum er in Rom so beliebt ist. Beim betreten des Ladens würde es uns nicht direkt bewusst. Es gab viel Spielzeug, das wir für Paul und Jonah ohnehin hatten. Spielzeug, das eher Spielmaterial statt Spielzeug mit klarem Zweck ist. Spielmaterial aus Holz, statt bunter Plastik. Eigentlich nicht ungewöhnlich.

Von Zügen bekommt er nie genug

Doch im Gespräch mit einem Laden-Mitarbeiter erfahren wir mehr über den Erfolg des Ladens. In Italien – anders als in Deutschland – hat das Umdenken bei Spielzeug noch nicht begonnen, beziehungsweise viel später eingesetzt. Durch die vor allem aus Deutschland, Frankreich und den nordischen Ländern importierten Spielwaren hob sich der Laden in Italien stark ab und wurde schnell zu einem großen Erfolg.

Von dort aus gelangten wir zu Fuß – den Großteil des Weges entlang des Tiber – zum Vatikan. Ein kleines Land in einer Stadt. Damit schon der zweite Zergenstaat Europas, den wir auf unserer Reise besuchen.

Auch hier bleibt sich Rom treu: an Imposanz fehlt es den Bauten im Vatikan keineswegs.

Wir laufen die Via della Conciliazione herunter, die Breite Straße, die uns direkt frontal auf den Petersplatz und Petersdom führt und sind beeindruckt von den Bauten.

Imposanz des Vatikan

Wir schlendern über den riesigen Petersplatz und lassen in Ruhe alles auf uns wirken.

Trotz eines eher ruhigen Tages im Vatikan sind die Schlangen für den Eintritt in den Petersdom unglaublich lang. Wir hatten ohnehin entschieden auf Eintritte bei diesem Besuch zu verzichten, sind uns aber sicher, dass die Online kaufbaren Skip-the-Line Tickets durchaus sinnvoll erscheinen.

Beim Erkunden des Petersplatzes

Anschließend suchen wir uns wieder einen guten Gelato-Händler und genießen ein Eis in der Sonne, bevor wir entlang des Tiber zurück Richtung Piazza Del Popolo laufen, um dort noch den hoch gelegenen Park Terrazza del Pincio anzusteuern.

Dort oben angekommen sind wir bei fast 30 Grad Celsius schon ziemlich ausgelaugt und kaufen (völlig überteuerte) Getränke. Anschließend genießen wir die Aussicht von dort oben, trinken einen Kaffee und Paul entdeckt ein Karussell, das unbedingt zwei Runden lang ausgiebig getestet werden muss.

Die Aussicht auf Rom belohnt die Anstrengung des Park mit dem Kinderwagen zu erreichen

In der langsam schwächer werdenden Hitze des Nachmittags und dem Ausblick über die große Stadt, die wir nun immerhin oberflächlich kennengelernt haben, lassen wir die Stationen der letzten zwei Tage Revue passieren.

Wenig später geht es mit der Bahn zurück nach Prima Porta, wir müssen unseren Wohnanhänger startklar machen um rechtzeitig die Nachtfähre von Civitavecchia nach Olbia auf Sardinien zu erreichen. Dort gilt es die italienische Mittelmeer-Insel unsicher zu machen.

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Über den Autor

... ist leidenschaftlicher Fotograf und immer auf der Suche nach wundervollen Motiven. Außerdem ist er begeistert von Webtechnologien und hat zu diesem Thema mehrere Artikel in Expertenzeitschriften veröffentlicht. Fotografische Highlights der bisherigen Reisen waren für ihn Hawaii (auf Grund der Vielfältigkeit), Indien und Nepal. Folge uns auf Facebook und abonniere unseren Newsletter.

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