Nachdem wir uns in dem Weingebieten Martinboroughs gelabt und das Wetter genossen haben, brechen wir zu unserer letzten Station auf der neuseeländischen Nordinsel auf. Wellington ist trotz der beschaulichen Größe (nur etwa 190.000 Einwohner) Hauptstadt dieses schönen Landes. Soviel vorab: Auch wenn Dein Neuseeland-Besuch ausschließlich der Natur gewidmet ist und du Städte wie Auckland auslässt, empfehlen wir Dir einen Abstecher nach Wellington zu machen.

Wellington hat viel zu bieten. Maritimes Flair, gute Restaurants und Cafés, tolle Museen und Galerien sowie wunderschöne Natur rings um die Stadt.

Schon die Anfahrt ist sehenswert, da der Highway 2 durch den Tararua Forest Park führt, der neben einer sehenswerten Hügellandschaft auch steile Täler mit reißenden Flüssen beherbergt. Die Route führt in Serpentinen über die Bergketten und offenbart imposante Ausblicke über das Tal. Von hier aus können auch Wanderungen begonnen werden.

Die Stadt erreichen wir über den weiteren Streckenverlauf entlang der Küste, vorbei an den Fähranlegern von denen aus BlueBridge und Interislander zur Südinsel übersetzen.

Wir fahren direkt in das Stadtzentrum und parken an der Cuba Street. Dabei handelt es sich um eine beliebte Fußgängerzone, die vor allem Läden und Cafés bietet. Wir sind leider etwas spät dran mit unserer Essenssuche, da es schon fast 14 Uhr ist.

Cuba Street

Cuba Street

In Neuseeland ist es häufig der Fall, dass Restaurants nur von 12 Uhr bis 14 Uhr für den Mittagstisch geöffnet haben. Zu dieser Zeit gibt es regelmäßig nur eine kleiner Karte mit Angeboten zum Lunch. Wir suchen entlang der Cuba Street und werden mehrfach „vor die Tür gesetzt“, bevor wir dann doch noch ein gnädiges Lokal finden.

Den Nachmittag verbringen wir – trotz fantastischem Wetter – im Nationalmuseum Te Papa. Te Papa liegt direkt am Hafen und unweit vom Stadtzentrum und bietet für Kinder ein Spiel-Spaß-Abenteuer-Entdeckerland (neben sehr sehenswerten Dingen auch für Erwachsene).

Blick vom Te Papa auf die Stadt

Blick vom Te Papa auf die Stadt

Auf der ersten Ebene widmet sich alles der neuseeländischen Heimat und zeigt und erklärt die Tier und Pflanzenwelt und den aktiven Vulkanismus.

Auf weiteren Ebenen wird die Geschichte Neuseelands und der Maori aufgegriffen und zeitgenössische Kunst ausgestellt.

Immer wieder gibt es „Discovery Center“ in denen Kinder Dinge entdecken können und in denen es auch allerhand zu spielen gibt. Paul klettert in eine Nachbildung eines riesigen Wal-Herzens, spielt im Kinderladen „einkaufen“, dreht an Kurbeln um Glühlampen zu entzünden, erkundet historische Maori-Hütten und begutachtet die ausgestellten Tiere. Paul ist hier sehr glücklich und weiß stellenweise gar nicht wo er zuerst hinlaufen soll. Die Zeit verfliegt rasend schnell bis Paul schlussendlich erschöpft und das Museum bald geschlossen ist.

Wir treten unseren Weg zum Owhiro Bay im Süden Wellingtons an, an dem wir unser Nachtlager aufschlagen wollen. Es handelt sich um einen (den einzigen!) freien Stellplatz in Wellington. Leider stellen wir bei unserer Ankunft fest, dass hier die Regeln geändert wurden. Trotz vor Ort vorhandener Toiletten, ist der Stellplatz seit kurzem nur noch für Self-Contained-Vehicle zugeladen. Wir zögern, wir suchen nach Alternativen, wir schwanken. Und wir entscheiden uns trotzdem dort zu bleiben, da die windige Küste mit den großen Wellen so eindrucksvoll ist und der Sonnenuntergang direkt vor unserer Nase Bände spricht.

Owhiro Beach

Owhiro Beach

Nachdem Paul friedlich eingeschlafen ist schauen wir bei jedem Licht und bei jedem Geräusch von außen, ob eine Kontrolle auf uns zu kommt. Doch die gibt es nicht und auch wir schlafen in Ruhe an diesem schönen Platz (im leicht schwankenden Camper durch den böigen Wind).

Am nächsten Tag führt uns der Weg wieder nach Wellington. Wir stellen unser Auto am Te Papa ab (sicher und nicht zu teuer) und erkunden von dort aus die Stadt zu Fuß.

Wir laufen entlang des Hafens, der in vielen Bereichen schön restauriert wurde und heute Platz für kleine Restaurants, Cafés und Läden bietet. Wir erleben Wellington fast windfrei (was wohl eine Seltenheit ist) und bei sonnigen 25°C. Das lässt die eh schon schöne Stadt noch einladender wirken. Mit einem Kaffee in der Hand (und Paul an der anderen Hand, da er gerade lieber selbst läuft als in der Kraxe zu sitzen) erkunden wir das maritime Gebiet.

Der Hafen

Der Hafen

Anschließend geht es durch die Straßen der Innenstadt zum Startpunkt des Wellington Cable Car, das uns in fünf Minuten den steilen Weg zum botanischen Garten hinauf bringt (7,5$/ Person). Von dort aus genießen wir einen tollen Blick über die kleine Stadt und ihrem Hafen.

Wellington Cable Car

Wellington Cable Car

Nach einer kleinen Runde durch den Park führt uns der Weg wieder mit dem Cable Car hinab (alternativ gibt es auch Routen zu Fuß durch den Park in die Stadt) und zum Mittagessen. Wir haben aus dem Vortag gelernt und sind diesmal pünktlich zu Tisch. Im Great India verwöhnen wir uns mit gutem indischen essen während Paul schläft – er bekommt sein Essen etwas später im Park nachdem er aus seinem Mittagsschlaf erwacht ist. Es schmeckt auch ihm!

Der Nachmittag gehört dann wieder der Innenstadt. Wir schlendern entlang der Cuba Street zum Rathaus und Civic Square und shoppen die Straßen entlang zurück zu unserem Auto. Nach einem Großeinkauf im Supermarkt trauen wir uns erneut den Stellplatz an der Owhiro Bay anzufahren.
Eva genießt die einmalige Lage mit einer ausgiebigen Jogging Runde entlang des Marine Reserves welches direkt hier startet und kommt schwärmend über den Sonnenuntergang und die Aussicht zurück. Man sieht von hier aus wunderschöne Buchten auf der einen Seite und über das Meer hinweg die Skyline der Südinsel auf der anderen. Wer also eine wirklich sehenswerte Laufstrecke sucht ist hier auch gut aufgehoben.
Wieder schlafen wir in Ruhe. Und dieses Mal halten wir auch keine Ausschau nach Kontrollen.

Laufen im Paradies

Laufen im Paradies

Der nächste Morgen ist zugleich der letzte Tag in Wellington als auch der letzte Tag für uns auf der Nordinsel. Wir haben hier lange nicht alles sehen können (möglich ist das ja leider eh nie, egal wie viel Zeit man hat), wollen und dennoch mehr Zeit für die Südinsel nehmen.

Am Nachmittag geht unsere Fähre nach Picton. Doch bevor wir diese Fahrt antreten, haben wir noch Zeit den Mount Victoria Lookout anzufahren, um auch von dort den Blick auf die Stadt einzufangen und anschließend den Weta Caves einen Besuch abzustatten. Weta Caves, die unter anderem vom Mitgründer Peter Jackson (Herr der Ringe, Hobbit, Avatar) geführt werden, ist eine Animations- und Profuktionsfirma, die zu eben diesen Titeln maßgeblich beigesteuert hat. Uns erwartet ein kleines Museum, in dem unter anderem Herr der Ringes Gollom in Originalgröße ausgestellt ist, als auch eine Filmvorführung über die Arbeit von Weta Caves. Für große Fans gibt es darüber hinaus noch Touren durch die Studios.

Blick vom Mount Victoria

Blick vom Mount Victoria

Da Weta Caves eine große Bedeutung für Wellington und auch für Hollywood hat, wird Miramar (der Stadtteil Wellingtons) auch Wellywood genannt. Ein entsprechendes Schild am Berghang analog zu Los Angeles durfte dann natürlich auch nicht fehlen.

Welly-Wood?

Wellywood?

Bevor wir unsere Interislander Fähre nach Picton nehmen, gehen wir nochmals ins Te Papa, da Paul hier so viel Spaß hatte. Und wieder ist der kleine Mann hin und weg und spielt, entdeckt und läuft.

Warten auf den Start

Warten auf den Start

Danach heißt es Abschied nehmen von dieser schönen Stadt und wir befahren die Autofähre nach Picton, von wo aus wir die Südinsel erkunden werden. Während der Ausfahrt aus dem Hafen ergeben sich wunderschöne Blicke auf die Stadt Wellington, die umliegenden Hügel und die wunderschönen Strände.

Auf zur Südinsel

Auf zur Südinsel

Teile diesen Artikel!

Über den Autor

... ist leidenschaftlicher Fotograf und immer auf der Suche nach wundervollen Motiven. Außerdem ist er begeistert von Webtechnologien und hat zu diesem Thema mehrere Artikel in Expertenzeitschriften veröffentlicht. Fotografische Highlights der bisherigen Reisen waren für ihn Hawaii (auf Grund der Vielfältigkeit), Indien und Nepal. Folge uns auf Facebook und abonniere unseren Newsletter.

Hinterlasse eine Antwort