In einer Reihe von Round-Up Posts werden wir die Ansichten von Viel-Reisenden und Travel-Bloggern zum Thema Reisen mit Kind und Baby mit Euch teilen. Wir möchten von Ihnen wissen was sich an ihrem Stil zu reisen mit Kind ändern würde und welche Gegenden der Erde sie bisher besonders kinderfreundlich wahrgenommen haben – Inspiration und Tipps für Reisende Eltern!

Hintergrund dieser Reihe ist, dass uns bisher oft begegnet ist, dass Paare ein Kind zu bekommen aufschieben, da es nicht zu ihrem Weltentdecker- und Freiheitsdrang passt. Unsere Gäste in dieser Runde haben so manche Paare mit Kind auf ihren Reisen getroffen und wissen auch darüber zu berichten.

Den Anfang macht Mandy von Go Girl! Run! und beantwortet unsere fünf Fragen.

1) Stell dir vor du bekommst demnächst ein Kind. Was ändert sich an deinem Stil zu reisen?

Grundsätzlich stehe ich dem Reisen mit Kind und vor allem Kleinkindern sehr offen gegenüber. Daher kann ich mir sehr gut vorstellen, ein Kleinkind in meinen Reiserhythmus zu integrieren. Genauso wie ein Baby das komplette Leben auf den Kopf stellen würde, würde es auch das Reisen verändern. Aber ich bin überzeugt, dass das mehr als positiv ist! Auswahlkriterien für Unterkünfte und Fortbewegungsmittel werden sich ändern. Da ich sehr gerne auf Roadtrips und Campen gehe, kann ich mir das super gut mit Kind vorstellen. Das Gepäck in den Kofferraum und los geht’s!

Vermutlich würde ich mit Kind langsamer reisen und natürlich ganz andere Aktivitäten, die kindgerecht und vor allem interessant für die Kids sind, wählen. Wandern oder einen Städtetrip mit ausgedehntem Kulturprogramm wird es in den ersten Jahren sicherlich eher weniger geben.

Außerdem kann ich mir gut vorstellen, dass gerade in anderen Ländern der Kontakt zu Einheimischen viel einfacher und unkomplizierter durch Kinder hergestellt wird. Denn Kinder machen sich keine Gedanken, ob sie perfektes Englisch sprechen. Da zählt, ob sie jemanden mögen und mit ihm spielen können.

Myanmar mit Kindern

Myanmar – Foto von Go Girl! Run!.

2) Was von deinen bisherigen Abenteuern hältst du für unmöglich mit Kind?

Backpacking-Abenteuer und spontan von einem Ort zum anderen ziehen, stelle ich mir schwer vor. Natürlich auch actionreiche Aktivitäten wie Skydiven. Reisen mit Kindern erfordert sicherlich eine gewisse Grundplanung, schließlich hat man nun nicht nur die Verantwortung für sich selbst, sondern noch für die kleine Person auf dem Arm.

3) Erzähle mir von Ländern/ Gebieten bei denen du das Gefühl hast, dass sie besonders kinderfreundlich sind.

Besonders kinderfreundlich habe ich bisher asiatische Länder erlebt, insbesondere Myanmar. Hier konnte ich Familien kennenlernen, die immer wieder bestätigten, wie einfach das Reisen in Ländern sei, die eher als reiseschwierig gelten.

Bagan Myanmar mit Baby

Mandy in Myanmar – Foto von Go Girl! Run!.

Kinder können sich schneller anpassen als wir Erwachsenen. Hinzu kommt ihre naive Neugier, die sie abenteuerlustiger und weniger scheu machen. In Asien dürfen Kinder noch Kinder sein, sie spielen auf der Straße, freunden sich mit anderen Kindern an und haben keinerlei Berührungsängste. Dort habe ich nirgendwo erlebt, dass Kinder quengelten oder unangenehm auffielen. Hinzu kam natürlich, dass westliche Kids wie wir „Großen“ natürlich auffallen und ihnen so hohes Interesse zuteil wird.

4) Was aus deinen Reisen und Erfahrungen, die Du dabei gemacht hast, würdest du unbedingt Deinen Kindern mitgeben und erzählen wollen?

Wie meine Mom es mir beibrachte, würde ich meine Kinder lehren, dass sie alle Möglichkeiten der Welt haben und sie, wenn sie das möchten, auch nutzen können und sollen. Als Deutsche haben wir das Privileg und einen Pass, der uns viele Grenzen und Türen öffnet. Nutze diese Möglichkeit! Lerne fremde Länder und Kulturen kennen und lass Dich von ihnen inspirieren.

Die Reise, die mich noch bis heute prägt und Teil meines alltäglichen Lebens ist, war mein Jahr Working Holiday in Neuseeland vor zehn Jahren. Das hat mich sehr schnell gelehrt auf eigenen Beinen zu stehen und für mich selbst zu sorgen. Alleine am Ende der Welt, das kann mit 19 nicht jeder. Gleichzeitig ist es eine unbeschreibliche Erfahrung, die ich nie missen möchte. Noch heute begleiten mich Menschen aus dieser Zeit, die noch immer meine engsten Freunde sind. Diese Begegnungen sind unglaublich wertvoll.

Neuseeland Lake Tekapo mit Baby

Neuseeland (Lake Tekapo) – Foto von Go Girl! Run!.

Darum würde ich meine Kinder (es ist wahrscheinlich sehr einfach das zu schreiben, wenn man kinderlos ist) immer gehen lassen, damit sie ihre eigenen Erfahrungen machen können.

5) Hast du Reisetipps für junge Eltern mit Kind? Hast Du vielleicht schon Eltern mit Kind auf deinen Reisen und aus erster Hand Vorteile und Herausforderungen erfahren?

Bei dieser Frage denke ich zuerst an eine Begegnung am Bahnhof von Surat Thani, Thailand. Während ich auf den Nachtzug nach Bangkok warte, lernte ich eine 5-köpfige (!) Familie aus Holland kennen. Sie waren bereits seit vier Monaten in Asien unterwegs, die Kinder zwischen 2 1/2 und 8 Jahre alt und der Vater lachte als ich erstaunt fragte: „Wie macht ihr das?“ – „Ach, das geht schon. Die Kinder sagen uns früh genug, wenn ihnen etwas nicht passt! Und immer entspannt bleiben!“ Seit dieser Begegnung mache ich mir zum Thema Reisen mit Kindern keine Gedanken mehr und bin sicher das klappt alles!

Von Freunden mit Kids weiß ich aber, dass die größte Herausforderung immer ist die Kinder zufrieden zu stellen. Dafür eignet sich das Reisen mit einem Campervan wohl sehr gut. Nachteil: Man muss immer sehr viel Gepäck mitschleppen. Das Schönste am Reisen mit Kinder ist jedoch, dass Du Deine Reiseziele ganz anders und intensiver wahrnimmst. Oft wieder aus Kinderaugen. Und diese Vorstellung finde ich wunderbar und erstrebenswert.

Prag mit Baby

Mandy in Prag – Foto von Go Girl! Run!.

Über Go Girl! Run!

Mandy von Go Girl! Run!

Mandy von Go Girl! Run!

Go Girl! Run! von Mandy verbindet das Laufen und Reisen. Mandy hat ihre Reiselust in Ihrem einjährigen Work & Travel in Neuseeland vollends entdeckt.

Mittlerweile bietet Go Girl! Run! Motivation und Inspiration für alle, die die Welt laufend entdecken wollen. Mandy möchte Dir zeigen, dass auch Du Spass am Laufen und Reisen haben kannst.

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Über den Autor

... ist leidenschaftlicher Fotograf und immer auf der Suche nach wundervollen Motiven. Außerdem ist er begeistert von Webtechnologien und hat zu diesem Thema mehrere Artikel in Expertenzeitschriften veröffentlicht. Fotografische Highlights der bisherigen Reisen waren für ihn Hawaii (auf Grund der Vielfältigkeit), Indien und Nepal. Folge uns auf Facebook und abonniere unseren Newsletter.

4 Kommentare

  1. Hätte, wäre, wenn – das ist ja eine interessante Idee, die ihr da habt 😉

    Mit Verlaub: Inspiration und Tipps für das Reisen mit meinen Kindern erwarte ich doch eher von anderen reisenden Eltern – die wissen, wovon sie reden. Allein schon die Aussage „Man muss immer sehr viel Gepäck mitschleppen“… kicher.
    Und dass in Asien „Kinder noch Kinder sein dürfen“, kann ich nach einigen Asien-Reisen so gar nicht bestätigen – oder empfindet Mandy Kinderarbeit, Betteln oder in Rüschenkleidchen gesteckt und wie Püppchen herumgereicht zu werden, wirklich als erstrebenswerte Kindheiten? Ich denke, so etwas kann man dann doch erst wirklich bewerten, wenn man selbst Kinder erzieht.

    Gibt es einen bestimmten Grund, warum ihr ausgerechnet kinderlose Reiseblogger nach ihren Tipps zum Reisen mit Kind fragt?

    Neugierige Grüße
    Jenny

    • Hallo Jenny,
      vielen Dank für Deinen Kommentar und das Feedback. Wie Du schon richtig sagst, ist es eine Reihe von Artikeln, die explizit (noch) kinderlose Reiseblogger in Betracht zieht und ein „Hätte, Wäre, Wenn“ sogar fordert. Es geht dabei nicht darum konkrete Tipps zum Reisen mit Baby und Kleinkind zu liefern, sondern Inspiration und Tipps zum Beispiel zu Zielen, die kinderfreundlich sind.

      Asien haben wir auf Reisen immer als kinderfreundlich wahrgenommen – auch wenn die von Dir beschriebenen Absonderlichkeiten natürlich existieren. Das sollten die Aussagen von Mandy sicher auch nicht ausdrücken.

      Und ja: Es gibt einen Hintergrund, warum wir explizit dieses „Hätte, Wäre, Wenn“ heraufbeschwören 🙂 Uns ist bisher oft begegnet, dass ein Hemmnis Kinder zu bekommen der Freiheitsdrang und die Begründung, dass dann viele Dinge nicht mehr Möglich sind, ist. Wir möchten diese Artikelserie zur Grundlage nehmen, um diesen Themen in weiteren Beiträgen von Eltern für Eltern zu begegnen, mit einigen Vorurteilen und Mythen auszuräumen und weitere Anknüpfpunkte aufzunehmen, die sich aus diesen Artikeln ergeben.

      Viele Grüße David

        • Danke nochmal für das Feedback – werde die Erklärung noch genauer in die Einleitung der Artikel einfließen lassen, damit alle Leser eine Idee davon bekommen, was wir erreichen möchten.

          VG David

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