Es geht mitten durch den subtropischen Regelwald. Auf sandigen Wegen. Schlagartig sackt das Fahrzeug ab, um im nächsten Moment ebenso schnell wieder nach oben zu schnellen. Wir sind auf einer Allroad-Tour auf der größten Sandinsel der Welt: Fraser Island.

4WD-Tour durch den Regenwald auf Fraser Island

4WD-Tour durch den Regenwald auf Fraser Island

Fraser Island: Beeindruckt uns hinter jeder Ecke

Am Tag zuvor machten wir uns auf den Weg ins beschauliche Küstenstädtchen Hervey Bay. Der Ort bietet ein recht touristisches Umfeld mit vielen Möglichkeiten einzukaufen und einigen Campingplätzen. Außerdem ist dieser Ort der Ausgangspunkt für die meisten Touren, die nach Fraser Island führen. „Fraser“, wie die Einheimischen kurz sagen, ist eine Insel, deren Fundament reiner Sand ist. Alles was auf der Insel wächst, wächst auf Sand. Fraser Island kann ausschließlich mit Allrad-Antrieb befahren werden – nichts also für unseren Camper. Eine Tour musste her. Eine Tour, bei der auch Paul teilnehmen kann.

Touren gibt es generell in zwei Varianten: Die Variante Jeep und die Variante Bus.

Die Tour mit einem Jeep kann entweder als Mitfahrer oder als „Nachfahr-Tour“ gebucht werden, bei dem selbst gefahren werden kann, jedoch unter Aufsicht. Bei diesen Touren würde ein Platz für Paul mit 100% des Preises bemessen werden. Es gibt hier kein Baby- oder Kind-Rabatt.

Bei den Bustouren ist Paul kostenlos dabei und der eigene Kindersitz muss mitgebracht und genutzt werden. Dafür gibt es in den speziell angefertigten MAN Allrad-Bussen genügend Platz. Die perfekte Variante für uns.

Wir fahren nach dem Übersetzen mit der Fähre quer durch den subtropischen Regenwald der Insel zur anderen Seite, die zum offenen Meer ausgerichtet ist. Dort liegt der 75-Mile-BeachEin Strand, der tatsächlich 120 Kilometer lang ist. Ein Strand, der eine offizielle australische Straße ist. Ein Strand, an dem kein Mensch baden geht. Ein Strand, der zugleich ein australischer Flughafen für kleine Flugzeuge ist.

75-Mile-Beach

Eine „unendliche“ Weite: 75-Mile-Beach

Ein Strand als Straße: Da der Strand die schnellste und beste Verbindung auf der Insel darstellt und hier eh niemand baden geht, wird sie als Straße genutzt. Am Strand existieren Geschwindigkeitsvorgaben und sogar eine Polizeiwache, die hier gelegentlich „blitzt“. Normalerweise darf mit maximal 80 km/h gefahren werden, an Gefahrenstellen oder Stellen mit touristischem Interesse 40 km/h. Die Wellen im Sand, die Ebbe und Flut hinterlassen, sind tückisch und schütteln uns das ein oder andere Mal richtig durch.

Ein Strand, an dem kein Mensch badet: Kurz vor der Insel gibt es im Wasser ein starkes Gefälle an dem ein Seegraben beginnt. Dort leben sehr viele Fische. Und wo viele kleine Fische sind, gibt es auch Haie, die diese jagen wollen. Die Hai-Dichte vor Fraser Island ist so hoch, dass tatsächlich kein Surfer und kein Schwimmer im Wasser ist. Nur Angler trauen sich hin- und wieder knietief ins Wasser, um ebenfalls „zu jagen“.

Ein Strand als Flughafen: Neben uns landen hin- und wieder kleine Maschinen. Cessnas, die hier vor allem genutzt werden, um Rundflüge anzubieten. Diese starten und landen auch direkt hier am Strand.

Fraser Island Flughafen

Was für ein Flughafen

Fraser Island hat uns schon jetzt völlig beeindruckt.

Wir waten wenig später durch den Eli Creek. Das ist der größer Süßwasser-Fluss, der hier ins Meer mündet. Eine willkommene Abkühlung im seichten Wasser, die auch Paul sehr zu schätzen weiß. Hier gibt es auch keine Haie oder andere böse Überraschungen.

Danach schafft es Fraser Island uns nochmals zu beeindrucken.

Hier liegt doch tatsächlich ein Schiff mitten am Strand. Es handelt sich dabei um das Wrack der Maheno. Ein altes Schiff, dass eigentlich nach Japan verkauft wurde und dorthin geschleppt werden sollte. Dummerweise hatte man vorher die riesigen Propeller verkauft und wollte das Schiff ans Ziel schleppen. Das war die rechnerisch kostengünstigste Variante. Diese Rechnung ging jedoch nicht auf. Das Schiff riss sich los, trieb ab und landete am Strand von Fraser Island. Dort rostet es seitdem vor sich hin. Das was davon übrig ist, macht auf Fotos jedoch ganz schön was her.

Wrack der S.S. Maheno

Wrack der S.S. Maheno

Neben einem Bush-Walk, haben wir auch einen der 200 Süßwasser-Seen auf Fraser Island besucht: Lake McKenzie. Dieser eignet sich – im Gegensatz zum Meer – bestens zum baden. Und schön ist er auch noch.

Lake McKenzie

Lake McKenzie

Fraser Island

Der Grund der Bäche offenbart die Grundlage der Insel: Sand

Ein wirklich gelungener Tag auf einer sehr interessanten Insel. Das nächste Mal kommen wir dann mit eigenem 4WD-Fahrzeug und einer Genehmigung für das Zelten auf Fraser Island wieder. Diese Genehmigungen gibt es über die Nationalpark-Verwaltung.

Zwischenhalt in Noosa

Auf dem Weg in Richtung Brisbane liegt Noosa. Eine Stadt, die vor allem mit ihren Stadtteilen Noosa Heads, Noosaville und Tewantin, besticht. Direkt am Meer gelegen, wird die Stadt durch Flussarme und Wasserwege durchzogen und kann für fast alle Wassersportarten genutzt werden. Außerdem gibt es den Noosa Nationalpark.

Wir wandern zum Laguna Lookout und genießen den Blick über die Stadt. Wir schauen uns die Stadt und vor allem die Shopping-Straße Hastings Street an, nehmen die Fähre entlang des Flusses zur Fortbewegung und stimmen uns schon einmal auf die vielen Wassersportarten ein, die wir ab jetzt immer mehr auf unserer Strecke sehen werden. Denn wir nähern uns Städten, die schon im Namen das Motto tragen. Nur ein Beispiel: Surfers Paradise.

Noosa Laguna Lookout

Noosa Laguna Lookout

Ein toller Tipp, für alle die Märkte lieben ist der Eumundi Market. Dieser ist in der Region wirklich sehr beliebt. Dort gibt es reichlich Handgemachtes, etwas zu Essen und auch guten Kaffee. Ich bin mir sicher, dass Eva hier mehrfach verflucht hat, dass wir zu wenig Platz in unseren Rucksäcken haben, um die schönen Sachen, die es hier zweifelsohne gab, mitzunehmen.

Eumundi Market

Eumundi Market

Auf nach Brisbane

Klar, wir schreiben hier immer von Städten an der Ostküste. Tatsächlich haben wir seit Melbourne gar keine „richtige Stadt“ mehr gesehen. Auch eher größere Namen wie Cairns, Townsville oder Rockhampton sind eigentlich eher kleine Städte. Mit Brisbane erreichen wir seit längerem wieder eine richtige Großstadt. Mit Wolkenkratzern und allem drum und dran.

Brisbanes Skyline

Brisbanes Skyline vom Wilson Outlook

Brisbane bezeichnet sich selbst als „Australia’s New World City“. Ziemlich gewagt, jedoch zutreffend. Brisbane hat viel zu bieten. Eine richtige Skyline, viel Kultur und Kunst, eine alternative Szene, ein sehr guten Nahverkehr und die Nähe zur Sunshine- und Goldcoast als Naherholungsgebiete. Achso: Und viele gute Kaffee-Läden.

Erholung suchen wir direkt nach unserer Ankunft und können uns auch in dieser subtropischen Stadt über einen sehr schönen Stadtpool mit Strand freuen. Paul freut sich am meisten und ist erst beim einsetzenden Regen wieder aus dem Wasser zu holen.

Gut Essen konnten wir im Watt, dem Restaurant des Power House. Das Power House ist ein altes Elektrizitätswerk, dass heute als Stätte für Kunst und Kultur genutzt wird und direkt am Fluss liegt. Hier werden vor allem Konzerte und Theateraufführungen durchgeführt.

Brisbane Power House

Das Brisbane Power House

Den besten Blick auf die Stadt haben wir vom Wilson Outlook genossen. Dort gibt es einen freien Blick auf das Wahrzeichen – die Story Bridge – und die imposante Skyline des Central Business Districts (CBD).

Kostenlose Führungen bieten die Brisbane Greeters an. Eigentlich eine tolle Sache mit einem „Local“ die Stadt zu erkunden. Wir haben eine Greeters Choice Tour gemacht, die leider nicht so unseren Geschmack getroffen hat. Dafür gibt es jedoch Abhilfe: Die Greeters bieten auch an eine von Dir zusammengestellte Tour durchzuführen – dann sollte das kein Problem sein.

Zum Stöbern waren wir im Archives Fine Books. Ein riesiger Gebraucht-Buch-Handel in dem wir sogar ein tolles Kinderbuch (mit vielen Klappelementen – ja, das ist zur Zeit seeeehr wichtig) für Paul gefunden haben. Bitte nicht verraten, bekommt er erst zu Weihnachten.

Archive Fine Books

Archive Fine Books – mehr als eine Million Bücher

Und zum Abschluss noch eine sehr wichtige Information zu Brisbane, die das Leben hier prägt: Die durchschnittliche Tagestemperatur beträgt 25°C – das ganze Jahr lang.

Aktiv an der Gold Coast

Die Gold Coast, die südlich von Brisbane liegt ist ein Mekka für Wassersportler. Surfen, Kiten, Kayaking und Stand-Up Paddling gehören hier zum Alltag.

Stand-Up Paddling stand für uns eh auf der Liste. Wir beide hatten diesen Sport noch nie versucht und haben uns in der Nähe unserer nächsten Unterkunft in Burleigh Heads ein SUP ausgeliehen und losgelegt.

Gar nicht so einfach aber auch gar nicht so schwer. Jedenfalls in seichten Gewässern. Wir sehen auch viele, die mit einem SUP auf dem Meer in der Brandung unterwegs sind und fragen uns wie sie das machen.

Stand-Up Paddling

Beweisfoto 1: Stand-Up Paddling

Stand-Up Paddling

Beweisfoto 2: Stand-Up Paddling

Wir gönnen uns hier in Burleigh Heads wieder etwas Sonne, Strand und Ruhe und verbringen zwei Tage auf Spielplätzen, beim Sandburgen bauen am Meer und beim Schlemmen in der Stadt. Die Ausrichtung der Läden ist sehr gesund und zum Teil vegetarisch/ vegan und lädt zum probieren ein.

Uns gefällt es hier, auch mit dem Blick auf die Skyline von Surfers Paradise, die direkt bis ans Meer reicht. Zwischen Brisbane und Sydney treffen Nationalparks und schöne Strände häufig auf Themenparks und Bau-Boom. Wenn auch nicht immer schön, ist es in einigen Fällen dennoch imposant.

Surfers Paradise

Surfers Paradise

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Über den Autor

... ist leidenschaftlicher Fotograf und immer auf der Suche nach wundervollen Motiven. Außerdem ist er begeistert von Webtechnologien und hat zu diesem Thema mehrere Artikel in Expertenzeitschriften veröffentlicht. Fotografische Highlights der bisherigen Reisen waren für ihn Hawaii (auf Grund der Vielfältigkeit), Indien und Nepal. Folge uns auf Facebook und abonniere unseren Newsletter.

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