Wir sind endlich da! In Australien, dem Land nachdem wir uns so lange sehnten. Ein persönlicher Traum wird endlich wahr. Wir haben schon länger vor dieser Reise mit dem Gedanken gespielt auf den fünften Kontinent zu reisen. Uns war jedoch eins ganz klar: Wenn wir uns dieses Ziel vornehmen, dann nicht für 2 – 3 Wochen Urlaub, sondern für eine längere (Aus)-Zeit.

Willkommen am Ende der Welt

Der Start der Australien-Etappe am Flughafen in Melbourne war eher anstrengend und chaotisch – und ganz ohne Feuerwerk und Laola-Welle (ich dachte sowas passiert wenn sich Träume erfüllen).

Jetzt – einige Tage nach der Ankunft verblasst der Ärger über die schlecht organisierte Einreise und Passkontrolle, die unzählige Menschen stundenlang warten ließ. Obwohl wir den „Reisende mit Kind“-Vorteil hatten, mussten wir an der Border-Control mehr als 1,5 Stunden in einer Schlange stehen. Anderen Reisenden erging es an diesem Tag wohl noch schlechter.

Danach nahmen wir den bequemen SkyBus-Service, der bis in die Stadt fährt (Southern Cross Station) und von dort aus einen Shuttle zum Hotel (im Preis inbegriffen) anbietet. Ein stolzer Preis, der mit 72$ für zwei Personen für Hin- und Rückweg Spuren im Budget hinterlässt. Beim nächsten Mal würden wir nach einer anderen Nahverkehrs-Variante Ausschau halten.

Der Ärger ist vorbei. Wir sind verliebt!

Wir sind verliebt – in Melbourne. Diese Stadt ist unglaublich schön, liegt direkt am Meer, mit beeindruckender Skyline, großartigem Kaffee, gutem Essen, Pinguinen, bunten Graffitis, tollen Straßenmusikern, schönen Gärten und jeder Menge Shopping-Möglichkeiten. Etwas amerikanisch fühlt es sich an, ein wenig wie San Francisco. Dann aber auch wieder nicht. Ich kann es schlecht beschreiben: kommt also lieber schnell selbst her und überzeugt Euch von dem einzigartigen Charme dieser Stadt.

Wir haben selbst leider viel zu wenig Zeit hier eingeplant. Schuld daran war vermutlich, dass wir schneller zum eigentlichen Teil der Reise übergehen wollten, dem Weg von Cairns nach Sydney in einem Camper-Van. So blieben uns netto nur 1,5 Tage, die es galt bestmöglich zu nutzen.

Zunächst kamen wir nach einem langen Nachtflug komplett ohne Schlaf und stundenlangem Warten auf die Einreise völlig fertig im Hotel an (hier muss allerdings erwähnt sein, dass Paul sowohl den kompletten Flug, als auch während der Wartezeit für die Einreise geschlafen hat.  Kurz war er wach, lächelte die Mitreisenden an, gönnte sich einen Quetschi und war kurzerhand wieder im Traumland verschwunden).

Buntes Melbourne

Den verbliebenen ersten Tag – nach erfolgreicher Einreise und gleichzeitig eintretender Verschönerung unserer Pässe – verbrachten wir dann in der Innenstadt von Melbourne. Hier kann alles recht gut zu Fuß oder mit Hilfe der unzähligen Trams erledigt werden. Im Innenstadtbereich gibt es eine „Free Tram Zone„. Hier kann, sofern die Zone nicht verlassen wird, kostenlos auf den öffentlichen Nahverkehr zurückgegriffen werden.

Auch in der Free Tram Zone darf nur frei gefahren werden, wenn eine MYKI Karte vorhanden ist. Diese ist eine Pre-Paid Karte für den Nahverkehr in Melbourne und kann in Läden und Hotels gekauft werden. Meist kommt Sie mit Startguthaben für einen Tag und kostet 14$. Davon sind 8,50$ die Maximalkosten für einen Tag, der Rest die „Einrichtungsgebühr“.

Tram in Melbourne

Mit Tram und zu Fuß lässt sich Melbourne perfekt entdecken!

Zunächst gehen wir Richtung Federation Square und lassen die Stadt auf uns wirken.

Von dort aus steuern wir einen Essenstipp an, der ganz in der Nähe liegt: Movida.

Wir haben dort super leckere  Tapas gegessen, direkt in der unglaublich bunten und von Graffitis übersäten Hosier Lane.

Melbournes Hosier Lane

Melbournes Hosier Lane

Ein paar Meter weiter trafen wir auf zwei Straßenkünstler die mit einer Loop Station ganzen Massen in der Fußgängerzone begeisterten. Sogar Paul klatscht (hat er in den letzten Tagen erst gelernt) wenn das Schlagzeug wieder zum Einsatz kommt.

Paul beim Lauschen

Paul beim Lauschen

Pinguine in Melbourne

Den zweiten und letzten Tag verbrachten wir hauptsächlich in St. Kilda, unserem Lieblingsviertel der Stadt.

Hier fühlt man sich etwas wie in den kreativen und alternativen Straßen Berlins. Nur liegt Berlin nicht am Meer und Pinguine gibt es, wenn überhaupt nur im Zoo. Wir haben in einem der unzähligen einladenden Cafés in der Acland Street gefrühstückt (Acland Cake Shop), haben ein wenig die Länden reicher und uns ärmer gemacht und waren abends am Strand und am Pier, um kleinen Pinguinen bei ihrer Heimkehr zuzusehen. Wir sind im Paradis!

St. Kilda Café

Was soll man da nur wählen? Die Flat-Whites sind klar, aber…

Die Pinguine – dabei handelt es sich nicht um die überteuerten Touren nach Phillip Island – kommen jeden Abend nach Sonnenuntergang an den Steinwall am Pier in St. Kilda zurück. Dort lebt eine Gemeinde von 1.500 – 2.000 kleinen Pinguinen. Ein kleiner Teil des Steinwalls ist so präpariert, dass Besucher, unter Aufsicht von Tierschützern, die abendliche Heimkehr erleben können.

Pinguine in Melbourne (St. Kilda)

Pinguine in Melbourne (St. Kilda)

Zwischendurch waren wir auch hier in China Town traditionell chinesische Dumplinge essen und im National Botanical Garden. Dieser ist übrigens unfassbar schön. Zwischendurch haben Besucher des Gartens immer wieder einen Blick auf die Skyline von Melbourne.

Und wie hat Paul den ganzen Tag erlebt?

Paul hat den gesamten Tag in der Kraxe oder im Freien auf zwei Beinen (ok, häufig beim Krabbeln auf Händen und Beinen) verbracht und war damit mehr als zufrieden. Er ist bisher ein super Reise-Baby und zieht mit seiner freundlichen Art jede Menge Aufmerksamkeit auf sich. Das freut uns sehr, denn wir lernen so (beinahe automatisch) sehr nette Menschen kennen, die sich für uns und vor allem Paul interessieren.

Paul am Strand in St. Kilda

Paul am Strand in St. Kilda

Wir hören unter anderem inspirierende Reisegeschichten von Jane, die selbst nach einem Aufenthalt in Japan per Landweg nach Europa gereist ist. Sie wollte die Weite der Welt verstehen und machte sich einfach auf den Weg. Noch heute erzählt Sie von ihren schon länger zurückliegenden Reisen, als wäre es gestern gewesen. Sie scheint glücklich, weltbereist und zufrieden.

Jetzt schläft der kleine Mann, der uns so einfach mit der Welt verbindet, wir packen die Rucksäcke und morgen geht’s nach Cairns, wo unser Road Trip endlich beginnt.

Melbourne, wir kommen wieder (und dann mit mehr Zeit für Dich in der Planung)!

Melbourne Skyline

Melbourne Skyline

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Über den Autor

... hasst Stillstand. Sie ist User Experience Designer und DIY Liebhaber. Sie näht, bastelt und liebt es, sich viel zu bewegen und viel zu sehen. Ihr Reise Highlight war es, am Fuße des Annapurna zu wandern. Sie rennt Hauswände runter oder mit dem Kinderwagen durch den Park, Hauptsache kein Stillstand.

6 Kommentare

  1. Wow, großer Respekt, dass ihr diese weite Reise mit dem kleinen Paul auf euch genommen habt. Aber es scheint sich ja sowas von zu lohnen!! 🙂 Australien müssen wir auch unbedingt noch hin.
    Die Bilder sehen toll aus!
    Lieben Gruß, Anna & Vanessa

    • Vielen Dank für den Kommentar! Paul ist ein prima Reisebaby und macht es uns tatsächlich sehr leicht 🙂

      Australien lohnt sich auf alle Fälle jetzt schon.

      Grüße aus Townsville!

  2. Hi Eva,

    ich wünsche weiterhin Viel Spaß auf Eurer Reise. Wir haben in diesem Jahr eine ganz ähnliche Tour gemacht btw. Drei Monate Asien, Australien und Fiji. Ich freue mich auf weitere Berichte :).

    Cheers,
    Jens

    PS: Ich bin gespannt ob du noch weisst wer ich bin :).

    • Hey Jens, natürlich weiß ich noch wer du bist und ich habe sogar mit großem Interesse eure Berichte verfolgt 🙂

      Asien lieben wir auch sehr und Fiji steht auch auf der Wunschliste.

      Freue mich, dich als Leser zu haben.

      Vielleicht gehen wir in Berlin dann irgendwann mal wieder ne Currywurst essen?

      Cheers

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