Wir haben in unseren Reisenberichten zu Neuseeland über die vielen beeindruckenden Dinge geschrieben, die wir in Neuseeland erleben und sehen durften. Jetzt wollen wir Dir aufzeigen, was uns dieser Spaß am anderen Ende der Welt gekostet hat. Solltest Du Dich auch für Australien interessieren, kannst Du einen vergleichbaren Artikel zu den Kosten in Australien ebenso bei uns finden.

Unsere Strecke über die Nord- und Südinsel Neuseelands

Unsere Strecke von etwa 6.500km hat uns in etwas mehr als sieben Wochen über beide Inseln geführt. Wir haben vor allem auf der Nordinsel explizit einige Gegenden ausgelassen, weil uns bewusst ist, dass wir auch in sieben Wochen lange nicht alles von Neuseeland sehen können. Wir starteten mit der Annahme unseres Campers in Auckland, fuhren die Nordinsel ab, setzten über zur Südinsel und gaben nach einer Umrundung dieser Insel den Campervan in Christchurch ab.

Neuseeland

Die Strecke im Gesamtbild

Da die Route zum Teil etwas wirr ist und das Land so groß, zeigen wir die Route noch einmal für die Nord- und Südinsel getrennt.

Unsere Strecke auf der neuseeländsichen Nordinsel im Detail

Unsere Strecke auf der neuseeländsichen Nordinsel im Detail

Unsere Strecke auf der Nordinsel Neuseelands führte uns im ersten Schritt direkt weg aus der Großstadt Auckland. Wir hatten vorher einen längeren Aufenthalt in Sydney und wollten in die Natur. Wir hatten einfach genug Stadt. Deshalb ging es vorerst nach Northland, um dann auf dem Rückweg auch Auckland seinen verdienten Besuch abzustatten.

Über einen erfolglosen Abstecher nach New Plymouth und zum Mount Taranaki, der uns lehrte, dass in Neuseeland Wetter bei der Routen-Planung der wichtigste Faktor ist, ging es nach Rotorua und in den Tongariro Nationalpark. Über die Weingebiete Martinboroughs ging es dann schließlich an die Endstation für die Nordinsel: Wellington. Von dort aus nahmen wir die Fähre nach Picton und setzten auf der Südinsel unsere Reise fort.

Unsere Strecke auf der neuseeländsichen Südinsel im Detail

Unsere Strecke auf der neuseeländsichen Südinsel im Detail

Auf der Südinsel angekommen, führte uns der weitere Weg gegen den Uhrzeigersinn um die Insel herum. Dem Uhrzeiger entgegen hieß das für uns, dass wir zuerst die Marlborough Sounds besuchten und durch den Abel Tasman Nationalpark wanderten. Über einen Abstecher zu den Nelson Lakes, ging es weiter entlang der Westküste Neuseelands. Immer das Meer zur rechten Seite und die Alpen zur linken Seite. Die Alpen, die hier auch die zwei wohl bekanntesten Gletscher Neuseelands beherbergen: Den Franz-Josef-Gletscher und den Fox Gletscher.

Kurz darauf – nach der Fahrt über den Haast Pass – erstaunte uns die Gegend um Wanaka, Queenstown und Glenorchy. Zwei unserer Highlights liegen genau in diesem Gebiet: Der Ort Kinloch in der Einsamkeit am Ende des Lake Wakatipu sowie die beschwerliche aber wunderschöne Wanderung zum Rob Roy Gletscher im Mount Aspiring Nationalpark.

Danach ging es über das wunderschöne, aber recht touristische Fiordland zur Südküste Neuseelands, wo wir wilde Pinguine, Seerobben und Seelöwen kennenlernen durften.

Daran anschließend war das nächste Highlight unserer Reise über die Südinsel zu verzeichnen: Mount Cook, der höhste Berg Neuseelands mit den vorgelagerten Gletscherseen Lake Pukaki und Lake Tekapo.

Zum Abschluss unserer Route führte uns der Weg bis nach Christchurch mit einem Abstecher auf die Banks Peninsula entlang der Summit Road nach Akaroa.

Unsere Highlights der Nordinsel sowie die Highlights der Südinsel haben wir noch einmal separat zusammengefasst.

Transport

In Neuseeland waren wir mit einem Mighty Double Down unterwegs. Bei einer Streckenlänge von 6.500km haben wir insgesamt 834$ (509 EUR) für Diesel ausgegeben. Das entspricht einem Wert von 8 Euro-Cent pro Kilometer. Dies sind die Fahrzeug-Kosten die zusätzlich zur Miete des Campervans in Neuseeland angefallen sind.

Der Camper in seinem natürlichen Umfeld

Der Camper in seinem natürlichen Umfeld

 

In Neuseeland gibt es nur ganz wenige Straßen, die eine Maut-Gebühr erheben. Uns ist nur eine davon unter die Finger gekommen: ein Abschnitt der Autobahn nördlich von Auckland, der jedoch mit kaum Zeitverlust umfahrbar ist. Das haben wir auch getan und somit kein Geld für Maut-Gebühren ausgegeben.

Das Parken in größeren Städten (Auckland, Wellington, Queenstown) kostet jedoch mitunter Geld. Hierfür haben wir insgesamt 62$ (38 EUR) ausgegeben.

Für weitere Transportmittel (Fähre zwischen den Inseln 300$, Nahverkehr Auckland inklusive Fähre von Devonport 30$) haben wir nochmals in Summe 330$ berappen müssen. Der Kostentreiber ist hier die Fährverbindung von Wellington nach Picton. Da es mit einem Campervan keine Alternative gibt, bleibt keine andere Wahl. Die zwei Fähranbieter haben auch sehr ähnliche Preise und unterscheiden sich im Wesentlichen durch die Abfahrtszeiten.

Ein Tipp für Dein Budget: Solltest Du jemanden kennen, der erst kürzlich in Neuseeland war, kannst Du fragen, ob er einen Rabattcode nach seiner Fahrt mit Interislander bekommen hat. Wir haben einen solchen Code bekommen und konnten ihn mit Freunden teilen, die direkt nach uns nach Neuseeland gereist sind.

Warten auf den Start

Warten auf den Start

Die Fakten im Überblick:

  • Tanken: 834$/ 509 EUR
  • Parken: 62$/ 38 EUR
  • Transport: 330$/ 201 EUR
  • Summe: 1.226$/ 748 EUR

Übernachtungen

Im Gegensatz zu unseren sechs Wochen in Australien, haben wir in Neuseeland unseren Camping-Stil deutlich verändert. Waren wir in Australien noch viel in Holiday Parks unterwegs, da diese bei dem tollen australischen Wetter mit Pools und Wasserspielplätzen viel zu bieten hatten, haben wir in Neuseeland viel mehr DOC-Campgrounds in der Natur und freie Stellplätze angefahren.

Unterkunft direkt am Meer

Unterkunft direkt am Meer

Das schlägt sich dann auch unmittelbar in unserem Budget nieder: Für Unterkünfte (Campsites) in diesen mehr als sieben Wochen haben wir in Summe 966$ (589 EUR) ausgegeben. Das ist – trotz des längeren Aufenthalts in Neuseeland – mehr als 25% geringer als noch in Australien.

Bei 47 Tagen unterwegs, ergibt sich ein Kostensatz von etwa 21$ (12,80 EUR) pro Nacht (zusätzlich zur Miete des Campervans). Und wie immer ginge es vermutlich noch günstiger, jedoch haben wir vor allem die Weihnachtstage in einem Holiday Park bei Queenstown verbracht, anstatt fernab von Menschen in der Natur.

Essen & Trinken

In diesem Punkt werde ich wieder zwischen „Essen kaufen“ und „Essen gehen“ unterscheiden.

Neuseeland zählt zu den teuersten Ländern der Welt, wenn es um den Lebensunterhalt geht. Das schlägt sich auch bei den Nahrungsmitteln nieder, selbst bei Eigenversorgung im Camper-Van.

Wir waren insgesamt 31x einkaufen. Wir haben versucht eher weniger, dafür größere Einkäufe zu machen und eher große Supermärkte wie Countdown oder Pac’n’Save anzufahren. Zu Buche schlagen die Einkäufe dennoch mit insgesamt 1.754$ (1.070 EUR). Das bedeutet bei unserer Reisezeit ein Verpflegungsaufwand von durchschnittlich 37$ (22,50 EUR) pro Tag. Wir haben jedoch auch nicht verzichtet: neuseeländischer Weißwein und hin- und wieder ein gutes Steak durften nicht fehlen.

Zusätzlich kommen noch die Fälle, in denen wir essen gegangen sind. Das haben wir jedoch in Neuseeland etwas seltener praktiziert als noch in Australien. Hier sind es insgesamt nochmals 1.080$ (660 EUR), die in der Zeit dafür aufgewendet wurden. Das sind durchschnittlich 23$ pro Tag (14 EUR). Schließlich lagen in dem Zeitraum ja auch Feiertage wie Weihnachten und Neujahr – da gönnt man sich schon mal was.

Schlange-Stehen bei Fergburger in Queenstown

Schlange-Stehen bei Fergburger in Queenstown

In Summe gaben wir also unglaubliche 60$ (36,50 EUR) pro Tag für Essen aus. Zusammen mit den Kosten für die Unterkünfte sind wir bei „Reise-Lebenserhaltungskosten“ von 81$ pro Tag (49,50 EUR). Etwas geringer als in Australien, aber dennoch in Bezug auf eine längere Reisedauer eine ordentliche Stange Geld.

Aktivitäten und Touren

Einige der Sehenswürdigkeiten sind auch in Neuseeland nicht einfach „anzufahren“ oder kostenlos zu sehen, auch wenn die wesentliche Sehenswürdigkeit die Natur Neuseelands ist (und die immerhin in den meisten Fällen kostenfrei ist).

Wellington Cable Car

Wellington Cable Car

Wir zahlten daher Eintritte beziehungsweise nahmen an Touren teil für:

  • Sandborading in Te Paki (15$)
  • Glowworm Caves – eine Person, da Paul keine Lust auf dunkle Höhlen hatte (49$)
  • Wai-o-Tapu (65$)
  • Fahrrad leihen in Martinborough (40$)
  • Weinprobe Martinborough (5$)
  • Cable Car Wellington (15$)
  • National Kiwi Center (44$)
  • Andris Apse Gallery (8$)
  • Milford Sound Bootstour mit Mitre Peak (140$)
  • Cathedral Cave Zugang (10$)
  • Mount John Observatory (5$)
  • Hamner Springs Therme (46$)
  • Summe: 442$/ 270 EUR

Zusätzlich dazu hatten wir eine Helicopter Tour über den Aspiring Nationalpark mit freundlicher Unterstützung von Aspiring Helicopters.

Beeindruckende Höhlen

Beeindruckende Höhlen

Internet

In Neuseeland haben wir uns gegen eine lokale SIM-Karte entschieden.

Wir haben unsere Artikel und Bilder in freien WLANs hochgeladen und sind gegebenenfalls in Bibliotheken gegangen, um Internet zu bekommen. Das hat für uns vollkommen ausgereicht, da wir wesentliche Informationen aus den Camping-Apps offline verfügbar hatten. Eine Übersicht der aus unserer Sicht besten Camping-Apps haben wir für Dich bereits zusammengestellt.

Insgesamt lag der Kostenpunkt dadurch bei nur 25$ (15,50 EUR), die für WLANs auf Campingplätzen angefallen sind. Das meiste davon rund um Weihnachten und Silvester – wir wollten ja schließlich mit der Familie in Kontakt bleiben.

Kinderfreundlichkeit

Neuseeland scheint derzeit das Elternzeit-Reiseziel Nummer #1 zu sein.

Kamen wir uns in Australien noch „besonders“ vor und wurden häufig angesprochen, wie „mutig“ das ist so eine Reise mit Baby zu unternehmen, war das in Neuseeland völlig normal. Alltag. Wir haben fortwährend andere Familien in ähnlichem Setup (oder bereits erweitertem Mehrkind-Setup) getroffen.

Neuseeland ist kinderfreundlich. Es gibt keine giftigen oder äußerst gefährlichen Tiere. Das Wetter ist größtenteils gemäßigt und mild und die Natur bietet Platz und Freiheit zum spielen.

Darüber hinaus bietet Neuseeland einen hohen Standard in Punkto Medizin, Verpflegung und Infrastruktur. Mit einer richtigen Auslandskrankenversicherung ausgetattet, kann eigentlich kaum etwas die Reise vermasseln.

Vielleicht ein Punkt zur Beachtung: Solltest Du einen Camper-Van ohne Standheizung mieten, sollte Dir bewusst sein, dass es auch im Sommer in Neuseeland in einigen Gebieten sehr kalt werden kann (z.B. Mount Cook). Temperaturen um den Gefrierpunkt sind da keine Seltenheit. Paul hatte damit wenig zu tun (er hatte ja Body, Schlafzeug, Schlafsack und zusätzlich zur Not noch eine Decke). Wir hingegen hatten nur unsere Klamotten und sonst nur die dünne Decke, die im Camper war. Ganz schön kalt!

Wie Du Dein Budget für Neuseeland berechnen kannst

Im Wesentlichen gibt es sechs Kostentreiber: Flug, Miete des Camper-Vans, Touren/ Aktivitäten, Tanken, Übernachten und Verpflegung.

Ich habe explizit keine Preise für Flüge und Camper-Van-Miete genannt. Diese könnt ihr bei den einschlägigen Anbietern (Britz, Jucy, Kea, Maui) und auf Flug-Suchmaschinen schnell für Euren Reisezeitraum einsehen. Das sind Werte, die greifbar und schnell für Euren Reisezeitraum zu recherchieren sind. Diese hier aufzuschreiben, wäre sinnfrei, da vor allem die Campervan-Mieten stark saisonal schwanken.

Für die anderen Themen – die mitunter vor einer Reise viel schwerer abzuschätzen sind – können wir Dir folgende Metriken an die Hand geben:

  • Rechne die Anzahl an Kilometern Deiner geplanten Strecke mindestens Mal 1,5. um die tatsächliche Streckenlänge zu erhalten. Jeder dieser Kilometer wird dich 8 – 12 Euro-Cent beim Tanken kosten. Für unsere Tour über beide Inseln haben wir 6.500km Strecke in Kauf genommen.
  • Mit der Anzahl der Reisetage, kannst Du schnell einen Betrag für Verpflegungskosten berechnen. Gehst Du wie wir gern mal essen und genießt einen guten Kaffee in der Sonne, wird der Wert für Dich passen. Kochst Du immer selbst, kannst Du ein wenig abziehen (36,50 EUR/ Tag bei zwei Erwachsenen und einem Baby).
  • Wir waren wie beschrieben wenig in Holidayparks (die meiste Zeit auf DOC-Plätzen oder ganz kostenlosen Stellplätzen). Sollte das für Deine Planung der Übernachtungen passen, kannst Du unseren Wert als Grundlage verwenden. Solltest Du planen einen größeren Anteil in Holiday Parks zu verweilen, schlage hier gute 75% -100% oben drauf (12,80 EUR/ Tag bei zwei zahlenden Erwachsenen).
  • Viele der Aktivitäten und Sehenswürdigkeiten in Neuseeland sind frei: denn es ist Natur. Dennoch gibt es ein paar Must-See Dinge, die Du oben in der Liste finden kannst. Dennoch hält sich der Block Aktivitäten im Vergleich zu den Ausgaben, die wir in Australien dafür hatten, im Rahmen.

Ein rudimentären Budget-Rechner für Deine Neuseeland-Reise haben wir für Dich erstellt:

Banner Budgetrechner Neuseeland

Unser Fazit

Neuseeland ist eine Reise wert.

Okay, das trifft es nicht ganz: Neuseeland ist eines der schönsten Länder, die wir bisher bereisen durften. Es bietet auf vergleichbar wenig Raum eine solche Vielfalt und Abwechselung, dass es uns einfach beeindruckt hat!

Dazu kommt, dass eine Reise mit kleinem Kind – bis auf die weite Strecke dorthin vielleicht – sehr leicht zu realisieren ist. Hohe Standards, nette Menschen und fantastische Natur – eine tolle Kombination!

Wir werden Neuseeland gern nochmals besuchen und denken, dass dieses Land in Punkto Natur den Maßstab sehr hoch gelegt hat. Wir hoffen Patagonien und Island – beides auf unserer Liste für die kommenden Jahre – können das noch überbieten (oder zumindest mithalten).

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Über den Autor

... ist leidenschaftlicher Fotograf und immer auf der Suche nach wundervollen Motiven. Außerdem ist er begeistert von Webtechnologien und hat zu diesem Thema mehrere Artikel in Expertenzeitschriften veröffentlicht. Fotografische Highlights der bisherigen Reisen waren für ihn Hawaii (auf Grund der Vielfältigkeit), Indien und Nepal. Folge uns auf Facebook und abonniere unseren Newsletter.

5 Kommentare

  1. Klasse Aufstellung, die werde ich gleich mal mit unseren Ausgaben vergleichen! (Übrigens sehr geschickt, keine Endsumme zu nennen – diese fiesen hohen Zahlen sehen immer so abschreckend aus 😉

    Jenny

    • Du hast mich durchschaut!

      Die Gesamtsumme ist immer kritisch und sieht am Ende – auch wenn man vielleicht noch recht sparsam unterwegs war – schlimm aus. Außerdem ist es bei uns ja ein „Mittelteil“ der Reise ohne wirklich messbare Anfahrt/ Flug-Kosten gewesen im Vergleich zu einem reinen Trip nach Neuseeland.

      Liebe Grüße
      David

  2. Tolle Übersicht 🙂 Und Neuseeland lohnt sich, auch wenn es am Ende nicht ganz so günstig ist wie der ein oder andere eventuell vermutet wenn es um das Thema „Camping“ geht.
    Wir würden immer wieder hin <3

  3. Ein super Blog und sehr hilfreich!
    Wir fliegen jetzt im April für (leider nur) zwei Wochen nach NZ.
    Flug und Camper sind natürlich bezahlt aber Deine Übersicht hilft ungemein bei der Kalkulation der weiteren Kosten.

    Vielen Dank!

    Lieben Gruß
    Stephan

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