Wir lesen es immer wieder. Kinder stellen Dein Leben auf den Kopf. Mit Kindern ändert sich alles. Und es stimmt: Kinder ändern die Art wie Du über Dinge nachdenkst, sie ändern Prioritäten und sie ändern auf natürliche Weise Dein Leben. Doch ändert sich auch zwingend Dein Reisetyp mit Kind?

Passt jeder Reisetyp zum Reisen mit Kind?

Ich sitze auf Mallorca am Strand. Die noch immer warme November-Sonne durchströmt mich, während ich Paul und Eva zusehe, wie sie in den Wellen des kühlen Mittelmeers toben. Vor mir steht die mühsam errichtete Sandburg. Mit Türmen, mit Tunnel und eigens angelegtem See: alles drum und dran. Jonah genießt einen seiner (noch) vielen Schläfchen. Ich atme tief durch, genieße die Ruhe, das leise Rauschen der Wellen und den Moment. Ich bin glücklich und entspannt.

In meinem Kopf beginne ich eine Frage zu formen: wenn ich hier, in einem Pauschalurlaub, wie wir ihr sonst nicht machen, feststelle, dass ich glücklich, entspannt und zufrieden bin und wenn ich sehe wie viel Freude und Ausgeglichenheit mich in meiner Familie umgibt… Ja, vielleicht hat sich etwas geändert.

Ich richte mich etwas auf. Ja, es hat sich etwas geändert.

Zufrieden, weil die Familie zufrieden und glücklich ist

Ändert sich der Reisetyp mit Kind zwingend?

Nein. Vor allem nicht vollumfänglich.

Auch wir reisen in der Regel sehr ähnlich wie ohne Kind: auf eigene Faust mit einer wüsten Zusammenstellung aus Flügen, Mietwagen, Airbnbs, Hotels, Bed & Breakfasts, im Camper oder auf mit Fahrrad und Zelt. Häufig ohne Detailplanung. Wir reisen nah und fern und wir sind in Städten und in der Natur unterwegs. Wir haben bereits unsere Wahrheit über das Reisen mit Kind zusammengefasst und dort herausgestellt, welche Aspekte sich für uns beim Reisen mit Kind tatsächlich geändert haben.

Dennoch gibt es einen Grund, weshalb ich gerade auf der Urlaubsinsel der Deutschen schlechthin am Strand sitze und wiederholt über diese und ähnliche Fragen nachdenke.

Was sind bei uns Gründe für die Änderung des Reisetyps?

Unser grundsätzlicher Reisetyp hat sich nicht verändert.

Nach wie vor wollen wir die Kultur erleben, mit Menschen in Kontakt kommen und unseren Kindern die Welt in der wir leben – und nicht nur isolierte Hotellandschaften – nahe bringen.

Bedürfnisse der Kinder: jedes Familienmitglied beeinflusst die Planung

Die Planung und Auswahl der Reisen wird komplexer. Das passiert ganz allein auf Grund der Tatsache, dass mehr Individuen zusammen reisen möchten und ihre Interessen wiederfinden wollen. Im Grunde kennt das jeder, der schon einmal in einer Gruppe, sei aus aus Freunden oder aus der Familie, verreist ist. So möchte Paul in einem Urlaub nicht auf das Baden verzichten und Jonah benötigt noch viel mehr Ruhe-Momente als Baby.

Diese Bedürfnisse und die Relevanz dieser Bedürfnisse für die Reiseplanung ist stark abhängig vom Lebensalter der Kinder und der Flexibilität der Eltern.

Auch das Fahren mit einem Fahrrad mit vier Rädern gehört hin und wieder zu den Bedürfnissen

Reisezeitpunkt: die Abhängigkeiten wachsen

Die typischen Abhängigkeiten zum Reisezeitpunkt mit Kindern kennt wohl fast jeder: Kita-Schließzeiten, Schulferien und eigener Urlaub. Generell gilt: umso jünger die Kinder, desto mehr Freiheiten sind noch gegeben.

In unserem Falle besucht Paul eine Kita und Jonah ist mit seinen zarten 6 Monaten noch (eine ganze Weile) Zuhause. Daraus ergeben sich für uns noch große Freiheiten in der Wahl des Reisezeitpunktes.

Das große Ganze: Die Ruhe vor dem Sturm

Aber was war bei uns der ausschlaggebende Punkt es diesmal so ruhig angehen zu lassen?

Zum einen hatten wir das Gefühl diese Ruhe und Entspannung zu brauchen. Paul wechselte gerade in die Kita und hatte somit einen weiteren großen Lebensschritt geschafft und wir waren als Familie mit nun vier Mitgliedern über die letzten Monate zusammengewachsen. Es fühlte sich richtig an, dies in Ruhe zu genießen.

Ein weiterer Faktor mit großem Einfluss ist der Fakt, dass wir im kommenden Jahr wieder lange reisen werden. Und zwar in unserem „normalen“ Modus. Wir werden mit einem – hoffentlich bis dahin dann auch gekauften Wohnwagen – durch Europa fahren. Der derzeitige Plan sieht eine Reisezeit von etwa 2,5 Monaten vor.

Wohin es genau geht? Das wissen wir nicht so genau. Werden wir aber vermutlich auch nicht wissen, bis wir im Juli wieder Zuhause angekommen sind.

Es gibt ein paar Länder, die definitiv dabei sein werden, wie beispielsweise Frankreich und Italien, aber keine festen Routen, Abläufe, Buchungen und Pläne.

Mit diesem Abenteuer vor der Brust war es für uns einfach „in Ordnung“ eine ruhige Zeit, an einem Ort, ohne große Abenteuer zu verbringen.

Kommendes Jahr steht die nächste große Reise an

 

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Über den Autor

… ist leidenschaftlicher Fotograf und immer auf der Suche nach wundervollen Motiven. Außerdem ist er begeistert von Webtechnologien und hat zu diesem Thema mehrere Artikel in Expertenzeitschriften veröffentlicht. Fotografische Highlights der bisherigen Reisen waren für ihn Hawaii (auf Grund der Vielfältigkeit), Indien und Nepal. Folge uns auf Facebook und abonniere unseren Newsletter.

2 Kommentare

  1. Hi David,

    lese bei euch schon eine ganze Weile mit. Und dass ihr jetzt als Pauschaltouristen auf Malle seid hätte ich ja nicht gedacht…. 😉

    Unsere Kids sind mittlerweile 4 und 7 und bei der Art der Reise mixen wir munter durch.

    Eine Woche in der Sonne? Nichts ist günstiger als eine Pauschalreise! Es kommt ja eher darauf an was man daraus macht. Es heißt ja noch lange nicht dass man 1 Woche am Hotelpool verbringt, sondern nur dass man eine feste Homebase hat und morgens und abends Mahlzeiten vorbezahlt hat.

    Ansonsten waren wir im Sommer gerade noch mal vor der Einschulung in Florida und Mexiko. Und das mit dem Mietwagen und ich glaub 12 Hotels in 3 Wochen. Das waren also tolle Rundreisen, und trotzdem sehr aufregend für die Kinder. Man darf halt nicht den ganzen Tag nur auf Achse sein. Aber am Tag kann man auch schon locker mal 1-2h fahren, man muss danach halt nur etwas kindgerechtes wie Strand, Abenteuer, Spielen einstreuen. Dann ist das für den Nachwuchs auch alles kein wirklicher Streß. Aber natürlich hat das auch alles Einfluss auf die Eltern. Abends noch weggehen und Kultur genießen wird schwieriger. Aber das tolle am Eltern sein ist ja auch, man vermisst das gar nicht so doll. Und falls doch, kann man ja auch mal ein paar Tage als Paar alleine Weg (Kinder zur Oma), oder sogar als Partner mit den Kumpels oder Mädels. Ja ich bin der Meinung, das muss man sogar mal machen. Das hat auch nix mit „will nicht mit der Familie“ zu tun. Sondern die Mischung machts.

    Eines kann dir noch bestätigen: Achtung vor der Schule und den Sommerferien. Wo will man dann noch groß hin mit kleinen Kindern?

    Auch in den Süden ( zb Malle oder Kanaren)? Das kann ja fast keiner Bezahlen. Außerdem scheint es mittlerweile extrem voll zu sein.
    Selbst wenn man sich das zumuten will, was wenn es dann 2 Wochen um die 40 Grad hat? Puhhh.

    In den Ferien zu viert richtig weit weg? Asien oder so? Da lohnen ja nur die Sommerferien (sonst hat man max. 14 Tage) – allerdings ist man sowieso dann mal locker bei +3.000 Euro nur bei Flügen.

    Und mit einem Wohnmobil zahlt man sich zur Hauptzeit leider auch dumm und dusselig.

    Wir haben daher Schweden gebucht. Eine schöne Hütte direkt am Wasser. Davor, dazwischen und danach nutzen wir quasi die Reiseroute als kleinen Roadtrip.

    gruss
    andy

    • Danke für Deinen Kommentar 😉
      Pauschaltourismus wird bei uns auch niemals ein Standard Einzug halten, aber zum „Durchatmen“ und – wie Du beschrieben hast – als Homebase, geht das auch mal.

      Schweden klingt fantastisch, viel Spaß Euch dabei!

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