Was braucht es um Schottlands schönste Ecken zu bereisen? Eigentlich nicht viel. Ein Flug, ein Mietwagen und mindestens zwei Wochen Zeit. Und schon kann es losgehen. Entdecken kannst Du historische Altstädte, unglaubliche Natur, Whiskey und den Mythos Loch Ness. Doch Eins nach dem Anderen…

Die Isle of Skye ist nur eines der Highlights bei einem Roadtrip durch Schottland

Die Strecke

Ankunft am Flughafen in Glasgow. Ein oder zwei Tage kann dort die Stadt zu Fuß erkundet werden. Anschließend geht es mit dem Zug nach Edinburgh. Hier solltest Du etwas mehr Zeit einplanen, gern drei bis vier Tage.

Von dort aus geht es nach der Entgegennahme des Mietwagens in die schottische Natur. Zuerst in Richtung Norden in die Highlands. Nach einigen Wanderungen im Cairngorms National Park geht es dann weiter zum berühmten Loch Ness.

Von dort aus ist es nur noch ein Katzensprung bis zu einer meiner Lieblings (Halb)inseln: die Isle of Skye. Dort gibt es nicht nur grandiosen Whiskey (Talisker) zu kaufen, sondern auch viel Stoff für Fotografen.

Wenn es danach noch einmal richtig einsam werden soll, lohnt sich ein weiterer Abstecher in die zerklüfteten Inselgebilde vor der Westküste Schottlands, wie zum Beispiel nach Ardnamurchan.

Zum Abschluss noch ein wenig Urlaub, da wo die Schotten gern Urlaub machen: Loch Lomond. Ein schöner See mit vielfältigen Wassersport-Angeboten und Wanderstrecken sowie die Möglichkeit das berühmte Stirling Castle zu besuchen.

Die Strecke als Übersichtskarte

Glasgow: Rustikale Arbeiterstadt

Glasgow ist mit seinen rund 600.000 Einwohnern die größte Stadt Schottlands. Und Glasgow scheint auf den ersten Blick eine sehr einfache Stadt zu sein. Das Stadtbild erinnerte uns ein wenig an die Zeit, in der wir in Dublin gelebt haben. Es gibt ähnlich viel Pub-Kultur, Straßenmusiker und regnerisches Wetter.

Doch es gibt auch historische Bauten und Kultur, wie beispielsweise die St. Mungo’s Cathedral.

St. Mungo’s Cathedral

Die vergleichsweise kleine Stadt Glasgow an nur einem Tag zu Fuß entdecken ist aus unserer Sicht ohne Weiteres möglich. Danach sind wir bequem mit dem Zug weiter nach Edinburgh gereist.

Unser Tipp: Im The Lighthouse, einem Kunst-Museum, gibt es ein kleines Kaffee in der obersten Etage von der aus Du einen wundervollen Blick über die Stadt hast. Und das Ganze ist kostenfrei.

Edinburgh

Nach Glasgow ist Edinburgh geradezu schockierend anders. Für uns gehört Edinburgh unumstritten zu einer der schönsten europäischen Städte.

Am besten Du erlangst Dir vom Calton Hill – dem Postkartenmotiv Edinburghs schlechthin – einen Überblick über die Stadt. Von dort aus kannst Du die Royal Mile sehen, die direkt zum Castle führt. Läufst Du die Royal Mile vom Castle bis zu ihrem Ende am Palace of Holyroodhouse, kannst Du Deine Strecke noch zum Arthurs Seat verlängern. Von dort hast Du noch einmal einen guten Blick auf die Stadt.

Doch Achtung: Mit Kinderwagen ist der Weg hoch zu Arthurs Seat – im Gegensatz zum Aufstieg zum Calton Hill – zu steil.

Postkartenmotiv: Blick vom Calton Hill

Blick von Arthurs Seat auf das Castle in Edinburgh

Royal Mile

Empfehlenswert ist auch der Besuch des Grass Market und der Edinburgh University.

Ab durch die Highlands

Und schon kommt es, das nächste Postkartenmotiv. Tatsächlich zählt dieser Ausblick zu den am häufigsten fotografierten Landschaften Schottlands: Queens View im Cairngorms National Park. Da will ich keine Ausnahme machen.

Queens View

Umgeben von einigen Bens (so werden in Schottland Berge bezeichnet) und sonst saftig grünen Wiesen geht es auch mal durch abgelegene Routen entlang enger Single Track Roads. Halt machen könnt ihr fast überall, um den Anblick zu genießen, ein Picknick zu machen oder einfach Schafe zu gucken.

Die Highlands entdecken

Geheimtipp: Das kleine Örtchen Carrbridge lohnt sich für einen kurzen Halt. Ein Kaffee und etwas zu Essen in „The Old Bakery“ und die kleine Steinbrücke überm Fluss betrachten steht dort auf dem Programm.

Carrbridge: auch ein Postkartenmotiv

Monstersuche am Loch Ness

Jeder hat den Namen Loch Ness vermutlich schon einmal gehört. Und vermutlich auch die mystischen Bilder gesehen, auf denen das Ungeheuer zu sehen ist. Wir konnten seine Anwesenheit nicht beweisen, fanden Loch Ness dennoch sehr sehenswert.

Mystisch und ehrfürchtig ist dieser See auch ohne Monster: Der See ist mehr als 230 Meter tief und lässt demnach viel Raum (oder Tiefe) für Monster-Spekulationen.

Loch Ness bei Nebel

Auch ohne Nessi, ist der See – und aus unserer Sicht insbesondere dessen östliche Seite – sehr sehenswert. Wer sich in die Mythen rund um das Monster von Loch Ness vergraben möchte, kann dies in Drumnadrochit an der westlichen Seite des Sees grenzenlos ausleben. Der Ort gilt als Zentrum des schottischen Nessi-Tourismus.

Isle of Skye & Raasay: Naturtraum

Einige der Highlights auf der Isle of Skye sind Portree, der Kilt Rock und auch der Old Man of Storr. Vor allem für Wanderer und Fotografen hat die Isle of Skye sehr viel zu bieten.

Kilt Rock auf der Isle of Skye

Auf Skye wird außerdem der berühmte Talisker Whiskey hergestellt – der einzige Whiskey, der auf Skye entsteht. Mit einem kleinen Kind kann jedoch keine Führung in den heiligen Hallen der Brennerei mitgemacht werden, dennoch gibt es schon im Besucherraum mit Shop genug zu sehen und sogar eine kleine Verkostung.

Geheimtipp: Übernachtet nicht auf der im Sommer recht überlaufenen Isle of Skye. Weicht lieber nach Raasay aus, eine kleine Insel, die von Skye mit einer Fähre erreicht werden kann. Das dort ansässige Raasay House ist ein wunderschönes, altes Herrenhaus, das nun ein Hotel ist. Inklusive sind ein toller Ausblick auf die Isle of Skye und ein ungemein gutes Restaurant.

Blick von Raasay auf die Isle of Skye

Ardnamurchan: Im Nomadenzelt in der Einsamkeit

Über unsere Nacht im schottischen Nomadenzelt am Ende der Welt haben wir bereits geschrieben: Es war einsam, abgelegen und ein wenig sonderbar.

Aber es war vor allem eins: eine unvergessliche (und kühle) Erfahrung.

Das Nomadenzelt

Loch Lomond

Auf dem Weg nach Loch Lomond liegt auch das Glenfinnan Viadukt. Der Name allein sagt wohl fast niemandem etwas, jedoch handelt es sich dabei um eine Kulisse der Harry Potter Filme. Ein altes Viadukt, das ein großes Tal überspannt und über das alte Dampfloks fahren.

Glenfinnan Viadukt

Am Loch Lomond selbst bietet es sich an zu entspannen, bei gutem Wetter möglicherweise einige der Wassersportangebote wahrzunehmen und durch kleine, niedliche Orte wie Luss zu schlendern.

Wir haben von dort aus weiterhin einen Ausflug zum Stirling Castle unternommen.

Stirling Castle

Von dort aus ging es für uns wieder nach Edinburgh zur Abgabe des Mietwagens und zum Heimflug.

Fazit

In nur zwei Wochen kann viel von Schottland gesehen werden.

Es bietet sich an die Reise zwischen Juni und August zu planen, jedoch bieten auch die Sommermonate keine Schönwetter-Garantie. Schlechtes Wetter mit tiefhängenden, grauen Wolken und Regen gehören bei Schottland aber auch irgendwie dazu.

Falls Du Reiseziele abseits von Schottland und den Sommermonaten suchst, kannst Du einen Blick auf diese Reisezielvorschläge, die nach Monaten aufgeteilt sind, werfen. Vielleicht ist das ja ein spannendes Ziel für Dich dabei.

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Über den Autor

... ist leidenschaftlicher Fotograf und immer auf der Suche nach wundervollen Motiven. Außerdem ist er begeistert von Webtechnologien und hat zu diesem Thema mehrere Artikel in Expertenzeitschriften veröffentlicht. Fotografische Highlights der bisherigen Reisen waren für ihn Hawaii (auf Grund der Vielfältigkeit), Indien und Nepal. Folge uns auf Facebook und abonniere unseren Newsletter.

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