Der Alltag hat uns am Ende dieser Reise schneller eingeholt, als bei jeder unserer anderen Reisen zuvor. Dabei hatten wir mit der Rückgabe des Wohnanhängers am Freitag – und somit noch einem ganzen Wochenende zum Ankommen – soviel Zeit wie noch nie als Puffer vor dem Alltag, der am Montag auf uns wartete, eingeplant.

Doch bevor uns der Alltag nach unserer Zeit im Elsass einholte, stand noch der Rückweg aus Frankreich auf dem Programm. Dafür haben wir uns etwas mehr als eine Woche Zeit gelassen und auf dem Weg den Playmobil Funpark bei Fürth besucht und Halt im sächsischen Erzgebirge gemacht.

Playmobil Funpark bei Fürth

Die deutsche Grenze hatten wir aus unserem Ausgangsort Türkheim im Elsass sehr schnell erreicht. Für diese Tagesetappe hatten wir uns den Weg bis ins bayrische Fürth vorgenommen. Wir wollten dort – strategisch gut auf unserem Rückweg in die Heimat gelegen – mit den Kindern den Playmobil Funpark erkunden. Wir hatten gar keine Ahnung, dass ein solcher Park existierte, sind jedoch einer Empfehlung gefolgt und haben ihn in unsere Streckenplanung aufgenommen.

Die Unterkunft

Wir wählten für unsere Unterkunft den Campingplatz zur Mühle in Zirndorf, der fußläufig zum Park gelegen ist. Der Platz ging (ohne große Konkurrenz) direkt auf die Liste der schlechtesten Plätze unserer Reise ein. Der Platz war laut, voll, reagierte nicht auf Besitzer großer Hunde, die inmitten von vielen kleinen Kindern die Leinenpflicht nicht verstehen wollten und versuchte (erfolgreich) Gewinnmaximierung zu betreiben, indem Stellplätze auf und in direkter Nähe zu Spielflächen (Fußballfeld) „geschaffen“ wurden. Wir haben nicht viel Ansprüche an einen Platz, aber hier wurden wir maßlos enttäuscht. Wir selbst hatten einen Stellplatz zwischen Spielplatz und Fußballfeld auf dem geschaffenen Nebenplatz. Möglicherweise stellt sich die Situation anders dar, wenn man einen Platz auf dem Hauptplatz ergattern kann.

Aber: die Nähe zum Park und das Landgasthaus zur Kunstmühle in der direkten Nachbarschaft stechen sehr positiv heraus.

Der Playmobil Funpark

Am Morgen nach einem entspannten Frühstück ging es für uns zu Fuß zum Park. Der Park hat für alle Kinder-Altersgruppen etwas zu bieten und so vergeht die Zeit im Park wie im Fluge.

Der Park ist nicht als Vergnügungspark aufgebaut (also keine Achterbahnen und nur wenige Fahrgeschäfte), sondern eher ein Spiel- und Entdeckungspark.

Eine der vielen schön angelegten Spiel- und Plantsch-Stellen

Wir hatten das Glück, dass wir bei bestem Sommerwetter im Park waren und so unsere Jungs auch in den Genuss der vielen Wasserspielplätze kamen.

Wasserspielplätze sogar für die Kleinsten

Doch auch bei schlechtem Wetter würde allein die überdachte HOB Halle genug für einen ganzen Tag bieten, in der das große Restaurant untergebracht ist sowie praktisch jedes je produzierte Playmobil Spielzeug zum Spielen bereit steht.

Positiv aufgefallen ist uns, dass die Verpflegung im Park im Vergleich zu anderen ähnlichen Einrichtungen, günstiger ausfällt.

Und sogar auf Gold- und Diamantensuche konnte Paul gehen…

Das Erzgebirge: Der Ort an dem uns das Glück etwas verlässt

Normalerweise fügen sich die Dinge bei uns – insbesondere auf Reisen – auf ganz natürliche Weise und ergeben – auch häufig zu unserer eigenen Überraschung – ein abenteuerreichen, unvergesslichen Tag. Hin und wieder klappt das so gut, dass wir uns danach sicher sind, dass wir es nicht besser hätten planen können.

Doch irgendwann muss auch einmal die Wende kommen. Scheinbar.

Wie es nicht geht… und wie es besser geht

Und die Wende kam im Erzgebirge. Direkt am ersten Tag starteten wir zu einer kurzen Rundwanderung an der Dittersdorfer Höhe. Leider war unsere Wanderung nicht rund und aus 6 Kilometern wurden schnell 10 Kilometer, die wir bis in die einbrechende Dunkelheit zurücklegten.

Paul auf Wanderschaft

An einem anderen Tag beeilten wir uns und fuhren gegen die Zeit zum Startbahnhof für eine Fahrt mit einer echten Dampflok, der Preßnitztalbahn. Zu blöd, dass auf der Webseite des Erzgebirgstourismus die Öffnungszeiten für jeden Tag von 9 Uhr bis 15 Uhr benannt sind, damit jedoch nur der Verkauf der Tourismus-Card, nicht aber die Fahrzeiten der Bahn gemeint waren. Denn diese fährt nur an Wochenenden. Und dieses war noch weit entfernt.

Den Fichtelberg fahren wir ungewollt einfach mit dem Auto hinauf, statt wie geplant zur Seilbahn und damit hinauf. Im Anschluss fahren wir mit der Seilbahn hinab, um zur Sommerrodelbahn zu gelangen. Dort stellt sich heraus: der Sohn möchte gar nicht damit fahren. Also geht es im Anschluss unverrichteter Dinge wieder mit der Seilbahn den Fichtelberg hinauf.

Blick vom Fichelberg in Richtung Tschechien
Auf dem Fichtelberg

Wir haben kein Bargeld bei uns, doch kurz vor der Ankunft am Parkplatz des Schlosses Augustusburg sehe ich eine Sparkasse. Also schnell noch Geld holen. Doch halt: hier bekommen Kunden von Onlinebanken tatsächlich kein Geld. Vielen Dank an die Sparkasse Mittelsachsen, da fühlt sich das Erlebnis direkt ein wenig authentischer nach Mittelalter an. Nun gut, wir sind ja in einer Tourismus-Gegend, sollte also kein Problem sein. Doch weit gefehlt: oben am Schloss angekommen, entschließen wir uns einen Kaffee trinken zu wollen. Zum Glück frage ich noch vorab, ob eine Kartenzahlung möglich ist. Die Antwort kann sich der geneigte Leser sicherlich vorstellen.

Jagdschloss Augustusburg

Doch nun etwas Butter bei die Fische: Die kleinen Aussetzer, die sich hier zwar stark häuften, ließen uns nicht den Kopf in den Sand stecken. Statt der Fahrt in der Dampflok besuchten wir das Modelbahnland Erzgebirge, in dem das gesamte Erzgebirge nachgebaut wurde. Paul bekam gar nicht genug davon und hat das Gebäude eigentlich nur verlassen, weil das Ende der Öffnungszeiten irgendwann erreicht war.

Paul war voll konzentriert und erkundete die vielen Details aus
Dargestellt wird die Zeit um 1980
Auch Tag und Nacht wird simuliert

Durch die verlängerte Wanderung lernten wir unsere Umgebung besser kennen und fanden unsere Laufstrecken für die kommenden Tage. Einen Kaffee (und Kuchen), bekamen wir dann (nachdem wir auch Bargeld holen konnten) auf der Burg Scharfenstein.

Und zu guter Letzt haben wir einen gelungen Ausflug zum Leipziger Zoo unternommen, der beiden Kindern und auch uns sehr gut gefallen hat.

Die Giraffen haben Paul am meisten begeistert…
Während Jonah einfach für jedes Tier schwärmt!

Unsere Unterkunft: Waldcamping Erzgebirge

Der Campingplatz ist auf einer Anhöhe an der Dittersdorfer Höhe gelegen direkt in einem Wald. Die Verbinung nach Chemnitz und demnach auch zur Autobahn ist schnell und unkompliziert.

Der Platz ist extrem liebevoll hergerichtet, sehr sauber und ruhig. Die Plätze sind großzügig und die Beistzer sehr nett. Die Sanitären Einrichtungen sowie die Küche sind ebenfalls sehr gut.

Für die Kinder sind einige Tiere auf dem Platz in einem Gehäge zu begutachten (Ziegen, Hunde, Hühner, Hasen). Außerdem gibt es einen schönen Spielplatz, viel Platz zum Toben und hin und wieder sogar eine Hüpfeburg.

Gleich in der Nähe – fußläufig zu erreichen – liegt das Landgasthaus Dittersdorfer Höhe, mit einem schönen Ausblick über die hügelige Landschaft und guter, lokaler Küche.

Fazit

Die Rückreise durch Deutschland, für die wir uns bewusst etwas mehr Zeit genommen hatten, hat ihren Zweck erfüllt. Wir haben einige Ecken des Landes kennengelernt, in denen wir bisher nicht unterwegs waren und gleichermaßen unsere Rückfahrt in kürzere Strecken unterteilt.

Dennoch haben wir schnell gemerkt, dass Deutschland in einigen Aspekten deutlich hinter unseren Nachbarn zurückbleibt, oder zumindest umständlicher ist. Nur eins der Beispiele sind die elektronischen Zahlungsmöglichkeiten.


Teile diesen Artikel!

Über den Autor

... ist leidenschaftlicher Fotograf und immer auf der Suche nach wundervollen Motiven. Außerdem ist er begeistert von Webtechnologien und hat zu diesem Thema mehrere Artikel in Expertenzeitschriften veröffentlicht. Fotografische Highlights der bisherigen Reisen waren für ihn Hawaii (auf Grund der Vielfältigkeit), Indien und Nepal. Folge uns auf Facebook und abonniere unseren Newsletter.

Hinterlasse eine Antwort